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SID Hamburg

SID-Hamburg Newsletter

Ausgewählte Kurzmeldungen des Monats zur internationalen Entwicklungs- zusammenarbeit mit Schwerpunkt Norddeutschland, herausgegeben von SID Hamburg.


SID-Hamburg Newsletter May 2003


Inhalt:
  1. Hamburger Entwicklungspolitik
  2. Drittes entwicklungspolitisches Bund-Ländergespräch
  3. Internationale HWWA-Konferenz über Armutsbekämpfung
  4. Deutschland steigert Leistungen für Entwicklungsländer
  5. Neue EU-Länder bald auch in Geberrolle
  6. Wettbewerb: Hauptstadt des Fairen Handels 2003
  7. Veranstaltungen zum BürgerInnenhaushalt von Porto Alegre
  8. Wegweiser Bürgergesellschaft
  9. Bundesregierung regt Verhaltenskodex für Kaffeewirtschaft an
  10. "Afrika-Kolloquium" des Instituts für Afrika-Kunde
  11. Seminarreihe zu Erneuerbaren Energien
  12. BUKO 26 in Bremen: Logik - Macht - Krieg
  13. Karneval der Kulturen
  14. epd-Entwicklungspolitik zum Thema Humanitäre Hilfe
  15. IZEP-Handreichung "Davos & Porto Alegre"

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1. Hamburger Entwicklungspolitik

Es gab personelle Veränderungen in der Hamburger Entwicklungspolitik. Seit dem 1. April ist Herr Uwe Ram der Leiter der Abteilung "Internationale Zusammenarbeit". In dieser Abteilung ist das Referat Entwicklungspolitik angesiedelt. Er wurde beauftragt ein Konzept für die Hamburger Entwicklungspolitik zu erarbeiten. Der Senat behält seinen entwicklungspolitischen Beirat in teilweise neuer personeller Besetzung bei. Vorsitzender des Beirates ist nun Herr Senator a.D. Horst Gobrecht. Dem neuen Vorstand des Ein Welt Netzwerkes gehören Andrea Karsten, Heiko Möhle, Klaus Willke, Samia Kassid und Ulli Eder an. Erste Veränderungen nach dem Regierungswechsel in Hamburg werden direkter spürbar. So ist der Projektetopf für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Höhe von 25.564 €, der bis einschließlich 2002 vom Eine Welt Netzwerk verwaltet wurde, jetzt wieder ausschließlich in der Senatskanzlei angesiedelt. Projekte können also ab sofort nur noch beim Referat Entwicklungspolitik beantragt werden. Von verschiedenen TeilnehmerInnen des Eine Welt Netzwerkes wurde betont, dass das Thema Entwicklungspolitik im Senat stärkeres Gewicht bekommen müsse. Besonders für MigrantInnen und die MigrantInnengruppen habe sich die Situation unter der aktuellen Hamburger Regierung verschlechtert.
http://www.ewnw-hamburg.de/


2. Drittes entwicklungspolitisches Bund-Ländergespräch

Berlin (BMZ) | Bund und Länder arbeiten in der Entwicklungs- zusammenarbeit künftig weiter eng zusammen. Nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung wurden als eine gemeinsame entwicklungspolitische Aufgabe von Bund und Ländern bestätigt. Schwerpunkt der Zusammenarbeit im kommenden Jahr ist die Vorbereitung der Internationalen Energiekonferenz 2004 in Bonn. Dies kündigten Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der Hamburger Staatsrat Reinhard Stuth in Berlin nach einer Konferenz der Bundesentwicklungsministerin mit den Ministerinnen und Ministern an, die in den Ländern für die Entwicklungsarbeit zuständig sind. Hamburg hat in diesem Jahr den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder inne. Staatsrat Stuth wies auf die Chancen der EU-Erweiterung hin: "Gerade auch die Länder und Kommunen können ihre Kontakte und Partnerschaften in den künftigen EU-Mitgliedstaaten nutzen, um die Nord-Süd-Zusammenarbeit zu thematisieren und für erweiterte Kooperationen zu werben."
http://www.bmz.de/presse


3. Entwicklungspolitik immer häufiger zur Krisenbewältigung eingesetzt:
Gefahr für die Entwicklungsländer. Internationale HWWA-Konferenz

Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) veranstaltete vom 7.-9. Mai 2003 eine Konferenz zum Thema Attacking Poverty: What makes growth propoor? Gegenstand dieser internationalen Tagung war das neue entwicklungspolitische Leitbild des armutsreduzierenden Wachstums (pro-poor growth) und seine Verbindung mit dem PRSP Prozess. Insgesamt bestand auf dieser Tagung, an der neben Vertretern internationaler Organisationen auch Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern und Mitarbeiter von mit der Durchführung von Entwicklungspolitik beauftragten Organisationen teilnahmen, Einigkeit darüber, dass mit dem neuen Leitbild große Chancen verbunden, aber auch tiefgreifende Veränderungen bei den entwicklungspolitischen Institutionen notwendig sind. Mehrfach wurde auf die Gefahr hingewiesen, dass die klassische Entwicklungspolitik immer häufiger zur Krisenbewältigung eingesetzt wird, wie etwa in Afghanistan oder künftig auch im Irak.

Die hier notwendigen Geldsummen könnten zu Lasten von Entwicklungsländern gehen, die in der Vergangenheit zufriedenstellende Politiken verfolgt haben. Michael Hofmann vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit wies darauf hin, dass den Entwicklungsländern mehr Verantwortung bei der Ausarbeitung ihrer politischen Zielvorstellungen gegeben werden muss. Die Gebersollten stärker als bisher auch den Austausch von Erfahrungen der Entwicklungsländer untereinander fördern. Daneben sprach er auch an, dass die Geberländer eine insgesamt kohärente Politik verfolgen müssten, und Entwicklungspolitik nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Auch etwa die Handelspolitik und die Landwirtschaftspolitik müssten in Kohärenz mit der Entwicklungspolitik gestaltet werden. Dieser Punkt wurde auch von Philippe Brusick (UNCTAD) betont. John Page von der Weltbank stellte die Herausforderung dar, die die Verbindung der allgemeinen Politiken mit den nationalen Entscheidungsprozessen in den Entwicklungsländern darstellt.
http://www.hwwa.de/hwwa.html


4. Deutschland steigert Leistungen für Entwicklungsländer

Berlin (BMZ) | Deutschland hat im Jahr 2002 seine finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer um gut 7 % erhöht. Nach den neuesten Schätzwerten der OECD in Paris für das Jahr 2002 hat sich das Volumen der deutschen Hilfe um 369 Millionen Dollar auf jetzt 5.359 Millionen Dollar erhöht. Damit wird deutlich, so Staatssekretär Erich Stather, dass von deutscher Seite erste Schritte zu erkennen sind, um 2006 das von der Bundesregierung gestellte Ziel von 0,33 % Anteil der Entwicklungspolitik am Bruttonationaleinkommen (BNP) zu erreichen. Nach den Schätzwerten der OECD wird Deutschland 2002 einen Wert von 0,27 % erreichen, während insgesamt die Leistungen der Industrieländer bei 0,23 % liegen. Deutschland leistet mit 5.359 Millionen Dollar den drittgrößten Beitrag unter den Geberländern. Zum derzeitigen ODA-Gesamtaufkommen steuern allein die USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien rund zwei Drittel bei. Den weitaus größten Anteil ihres Bruttonationalprodukts wenden indessen kleinere Länder auf, nämlich bis zu rund einem Prozent - vornweg die europäischen Länder Dänemark, Norwegen und die Niederlande, gefolgt von Luxemburg und Schweden. Die UNO hatte bereits 1970 eine Marge von 0,7 Prozent durch die Generalversammlung zum Ziel erklären lassen.
http://www.bmz.de/presse/pressemitteilungen/presse24042003.html
http://www.oecd.org/EN/document/0,,EN-document-15-nodirectorate-no-12-40658-15,00.html


5. Neue EU-Länder bald auch in Geberrolle

Berlin (BMZ) | Die jetzt förmlich beschlossene Erweiterung der Europäischen Union um 10 auf 25 Mitgliedsstaaten wird Auswirkungen auch auf die Entwicklungspolitik der EU haben. Auf einer Tagung von BMZ und Inwent in Berlin sprach der EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Poul Nielson, von einer "großen Herausforderung" für die neuen Mitgliedsländer. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul ermunterte die Beitrittsländer, den Blick besonders auf die Balkanländer, die Kaukasusregion und Zentralasien zu richten. Nielson deutete an, dass die EU von ihnen vorerst keinen voll proportionalen Beitrag zur Erreichung des erklärten 0,39-Prozent-Ziels (gemessen am BIP) erwarte, jedoch von einer Beteiligung ausgehe. Derzeit liegt die sogenannte ODA-Quote der Beitrittsländer im Schnitt bei 0,03 Prozent.
http://www.dse.de/ef/europe/index.htm


6. Wettbewerb: Hauptstadt des Fairen Handels 2003

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt führt erstmals in Deutschland den Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels" durch, der eine Stadt, Gemeinde oder ein Dorf zur Hauptsstadt küren wird. Bewerben können sich Kommunen in Deutschland. Es winken Geldpreise. Info & Unterlagen: Servicestelle, Michael Marwede, Servicestelle, Fon: 0228/2434-632, Fax: 0228/2434-635, mailto:michael.marwede @ inwent.org.
http://www.faire-woche.de


7. Veranstaltungen zum BürgerInnenhaushalt von Porto Alegre

19.05.2003, Hannover: Diskussion: Städtischer Haushalt von Bürgerinnen und Bürgern geplant? Es referieren der Kämmerer aus Porto Alegre und U. Nitschke von der Servicestelle. Info: Stadt Hannover, Agenda-Büro, Silvia Hesse, Fon: 0511/16845078, silvia.hesse @ Hannover-stadt.de, http://www.agenda21.de

27.05.2003, Hamburg: Veranstaltungsreihe Lokal - Global (ganz) Egal?? 19 Uhr in der Evangelischen Akademie, Referenten sind: Davi L.Schmidt und Miguel Rangel aus Puerto Alegre (Portugiesisch mit Übersetzung), und Carsten Herzberg, Autor des unten angegebenen Buches. Moderation: Dr. Willfried Maier, MdHB, GAL

Literaturhinweise:
- Herzberg, Carsten: Wie partizipative Demokratie zu administrativen Verbesserungen führen kann. Der Bürgerhaushalt von Porto Alegre. Reihe Region-Nation-Europa Bd. 9 im LIT-Verlag, 2001.
- Porto Alegres Beteiligungshaushalt - Lernerfahrung für deutsche Kommunen. Dokumentation eines Fachgesprächs vom 19. 12.2002, das die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt durchgeführt hat. Bezug: Servicestelle, Claudia Leuschner, Tel. 0228-2434-630, claudia.leuschner @ inwent.org


8. Wegweiser Bürgergesellschaft

Mit dem Internetportal Wegweiser Bürgergesellschaft bietet die Stiftung MITARBEIT umfassende Informationen zu allen Fragen des Bürgerengagements und der Bürgerbeteiligung. Dabei soll der Erfahrungsaustausch und die Kooperation zwischen unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Netzwerken gefördert werden. http://www.wegweiser-buergergesellschaft.de/


9. Bundesregierung regt Verhaltenskodex für Kaffeewirtschaft an

Berlin (BMZ) | Erstmalig kommen Vertreter der Kaffee-Erzeuger, der verarbeitenden Industrie und des Kaffee-Handels sowie der Nichtregierungsorganisationen und der Gewerkschaften zusammen, um die Erarbeitung eines Kodex für den Anbau, die Verarbeitung und die Vermarktung von Rohkaffee zu beginnen. Konstituierende Sitzung der "Common Codes for the Coffee Community"-Initiative ist am 14. und 15. Mai in London. Die Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ist von der Bundesregierung beauftragt, gemeinsam mit dem Deutschen Kaffeeverband DKV das Sekretariat für die Ausarbeitung des Kodex zu stellen und die organisatorische Durchführung des Vorhabens zu gewährleisten. Im Deutschen Kaffee-Verband sind die wichtigsten großen Kaffee-Importeure und -Röster vertreten.
http://www.sustainable-coffee.net


10. "Afrika-Kolloquium" des Instituts für Afrika-Kunde

Im Kolloqium geht es um den Film "Boulot Gagne-Pain" Zur entwicklungspolitischen Bedeutung des Informellen Sektors am Beispiel Ouagadougous (Burkina-Faso) (OmU); REGISSEURIN: Andrea Billeter, Ethnologin, Uni-Zürich. Mittwoch, 28. Mai 2003, um 17.00 - 19.00 Uhr , im Vortragssaal Nr. 519 (V. Stock) des HWWA, Neuer Jungfernstieg 21, 20347 Hamburg
http://www.duei.de/iak


11. Seminarreihe zu Erneuerbaren Energien

Seminarreihe, die sich mit Erneuerbaren Energien in der Entwicklungs- zusammenarbeit befasst. Mittwochs, 18 - 20 Uhr, Raum 122 im Hauptgebäude der Universität Hamburg, Institut für Orientalistik, OSTFLÜGEL, Edmund-Siemers-Allee 1
21.05. Erneuerbare Energie in der Entwicklungs- zusammenarbeit: Ziele , Strategien und Handlungsfelder Dr. Stefan Schmitz, Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Referat für Infrastruktur
04.06. Probleme der Energieversorgung und nachhaltige Entwicklung im südlichen Afrika. Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge, Dipl. Geograph Hans-Joachim Sommermeier, Institut für Geographie, Arbeitsbereich Wirtschaftsgeographie, Universität Hamburg
11.06. Erneuerbare Energien: Chancen und Grenzen von Markteinführungsmodellen in Asien, Lateinamerika und Afrika. Dr. Pablo Rosenthal, Arbeitsgruppe: Kompetenzfeld Energie- Transport - und Ökoeffizienz, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
Veranstaltet wird die Reihe von BERTA (Beratungs- und Transferagentur für Erneuerbare Energien in der Entwicklungs- zusammenarbeit), einem Projekt des Zukunftsrates Hamburg.
http://www.zukunftsrat.de/download/Plakat2.pdf


12. BUKO 26 in Bremen: Logik - Macht - Krieg

Vom 2.-9. Juni findet der 26. Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen (BUKO) in Bremen statt. Infos gibt es bei der BUKO-Geschäftsstelle, Tel. 040-393156, Programm, weitere Infos und Online-Anmeldung: http://www.buko.info


13. Karneval der Kulturen

In diesem Jahr soll es klappen - der Karneval der Kulturen Hamburg wird vom 12. bis 14. September auf dem Uni-Gelände stattfinden. Ab sofort können sich Gruppen, Projekte, Bands, Tanzensembles etc. zum Thema "Hamburg hat viele Gesichter" anmelden. Kontakt: Sabine Kulau, Bernstoffstr. 118, 22767 HH, Tel. 040-439 10 837, info @ karneval-kulturen-hamburg.de http://www.karneval-kulturen-hamburg.de


14. epd-Entwicklungspolitik zum Thema Humanitäre Hilfe

Humanitäre Hilfe soll grundsätzlich unabhängig von politischen Interessen erfolgen. Sie orientiert sich dabei ausschließlich an der Linderung der Not der Opfer von Katastrophen und Kriegen. Die Unabhängigkeit der Hilfe gilt als Kern des humanitären Völkerrechts. Doch auch die humanitäre Hilfe hat inzwischen ihre Unschuld verloren. Ob in alten oder neuen Kriegen, die Helfer geraten immer mehr in Gefahr, von Konfliktparteien instrumentalisiert zu werden. Die Beiträge gehen, gerade auch vor dem Hintergrund von Krieg und Wiederaufbau im Irak, auf die drohende Verwischung der Grenze von humanitären und militärischen Aktionen ein. http://www.epd.de/entwicklungspolitik/2488.htm


15. IZEP-Handreichung "Davos & Porto Alegre"

Das Informationszentrum Entwicklungspolitik (IZEP) bei der InWEnt gGmbH hat zum Weltwirtschaftsforum und Weltsozialforum eine Handreichung erstellt, die die Globalisierungsdebatte beider Treffen vom Januar dokumentiert. In diesem direkten Vergleich eine spannende Lektüre! Info: IZEP, Tulpenfeld 5, 53113 Bonn, Fon: 0228/ 2434-746, biblio @ inwent.org http://www.dse.de/zd/zd.htm


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Die Society for International Development (SID) ist die älteste, politisch unabhängige und private entwicklungspolitische Vereinigung der Welt. In Deutschland sind insgesamt rund 500 Mitglieder vertreten. Das SID-Chapter in Hamburg (Gesellschaft für Internationale Entwicklung Hamburg e.V.) arbeitet in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Das Chapter dient dem entwicklungspolitischen Erfahrungs- und Informationsaustausch, der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis, der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und der Vertretung der Interessen der Entwicklungsländer im norddeutschen Raum. Informationen unter http://www.sid-hamburg.de/


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