Ausgewählte Kurzmeldungen des Monats zur internationalen Entwicklungs- zusammenarbeit mit Schwerpunkt Norddeutschland, herausgegeben von SID Hamburg.
Abonnements-Bedingungen am Ende des Textes''Nothilfe vs. Strukturhilfe''
Referent: Dr. Günther Rusch, freier Entwicklungsexperte
Hamburg, Donnerstag, 22. Juli 2004, 17 Uhr, Raum 519,
HWWA , Neuer Jungfernstieg 21, 20347 Hamburg,
Moderation: Prof. Dr. Friedrich Mühlenberg; veranstaltet vom SID Chapter Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Institut für Afrika-Kunde und gefördert durch die Europäische Akademie.
Seit den Wahlen von 2002 ist es um die Vorgänge in Sierra Leone ruhiger geworden. Allgemein wird darauf vertraut, dass die starke Präsenz von internationalen Akteuren im militärischen und zivilen Bereich dazu beiträgt, die in der Vergangenheit schon mehrmals gescheiterten Friedens- und Wiederaufbaubemühungen zu festigen. Am Beispiel von GTZ, dem Roten Kreuz und Medico International sowie kleinerer kirchlicher Einrichtungen sollen die Möglichkeiten und Grenzen von Nothilfe und Wiederaufbau vermittelt und kritisch hinterfragt werden. Mehr Informationen aus Sierra Leone unter Encyclopedia 2004 von DACO unter http://www.daco-sl.org/ http://www.sid-hamburg.de
Der kürzlich im Bundeskabinett verabschiedete Entwurf der Bundesregierung für den Haushalt 2005 löst bei den entwicklungspolitischen Organisationen große Enttäuschung aus. Zwar wurde der Entwicklungsetat (Einzelplan 23) von weiteren Kürzungenverschont. Aber die erwarteten und notwendigen Erhöhungen der Finanzmittel für das BMZ bleiben aus. Mit 3,783 Mrd. Euro stagniert der Entwicklungsetat auf dem niedrigen Niveau der 90er Jahre und bleibt sogar noch um 60 Mio. Euro unter der in der Finanzplanung des Bundes vorgesehenen Aufstockung auf 3,843 Mrd. Euro. ''Der deutsche Entwicklungsetat für 2005 ist ein derber Dämpfer für die internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung der weltweiten Armut.Damit überlässt die Bundesregierung die Verantwortung für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele de facto anderen. Deutschland droht zum Schlusslicht der europäischen Geberländer zu werden,'' erklärte Reinhard Hermle, der Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO).
http://www.venro.org/
Der neue 4. ''Social Watch Report 2004'' hat die Fragen menschlicher Sicherheit als Schwerpunkt. Er betont, dass nach wie vor der größte Teil der Menschheit in Armut und Not lebt. Mitunter wird dies in der enggeführten sicherheitspolitischen Auseinandersetzung verdeckt. Die Notwendigkeit staatlicher Sicherheit ist unbestritten. Jedoch muss im Zentrum aller Politik die Gewährleistung menschlicher Sicherheit stehen. Dazu gehören vor allem Armutsreduzierung und nachhaltige Entwicklung, so die Herausgeber von Social Watch Deutschland/ Forum Weltsozialgipfel, zu dem auch der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) zählt. Der 4. Social-Watch-Report ist beim EED, Ulrich-von-Hassell-Str. 76, 53123 Bonn, 0228/8101-2300, info @ eed.de zu beziehen. Hier ist eine pdf-Version des Berichts:
http://www.eed.de/fix/files/Social%20Watch%20Report%202004.pdf
In der EU-Entwicklungspolitik gibt es eine dramatische Lücke zwischen Worten und Taten. Die EU-Kommission - gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten bei weitem der größte Geber von Entwicklungshilfe - bekennt sich zwar zu den international vereinbarten ''Millennium-Entwicklungszielen'', orientiert sich aber in der praktischen Politik nur mangelhaft,an ihnen. Das ist das Hauptergebnis einer Untersuchung, die die Deutsche Welthungerhilfe gemeinsam mit fünf anderen europäischen Hilfsorganisationen vorgestellt hat. Die Organisationen fordern eine Neuausrichtung der EU-Entwicklungspolitik an den ''Millenniums-Entwicklungszielen''.
http://www.alliance2015.org/
Mit einer klaren Mehrheit von 67 zu 42 Stimmen hat das belgische Parlament gestern Abend beschlossen, eine Devisentransaktionssteuer einzuführen, sofern sich weitereeuropäische Länder anschließen. Nach Frankreich, wo ein solcher Beschluss bereits im November 2001 gefasst worden war, ist Belgien damit das zweite europäische Land, das sich verbindlich für die als ''Tobin-Steuer'' bekannt gewordene Steuer ausspricht.
Mehr Informationen:
Informationen zur Tobin-Steuer mit vielen Links: http://www.financial-markets-for-development.de/cd/11201.htm
Studie von Prof. Paul Bernd Spahn: http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/professoren/spahn/tobintax/
Hintergrundbroschüre von WEED zur Tobin-Steuer: http://www.attac.de/tobin/weed_papier.html
Im vergangenen Jahr hat die KfW Bankengruppe rund 2,1 Mrd. EUR zur Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer zugesagt. Dieses gute Ergebnis entspricht einem Anstieg von 20 Prozent zum Vorjahr. Die Steigerung ist im Wesentlichen auf den zunehmenden Einsatz von KfW-eigenen Mitteln für die Entwicklungs- zusammenarbeit zurückzuführen. Der Jahresbericht zeigt die Vielfalt der Kooperationen mit den verschiedensten Partnern, die eine effiziente und koordinierte Arbeit ermöglichen. Die KfW Entwicklungsbank bietet jetzt einen Newsletter-Service an, mit dem sie über aktuelle Entwicklungen und Positionen der informiert. Kontakt: Dr. Annette Langhammer, Tel.: 069 - 7431 2482, Annette.Langhammer @ KfW.de
http://www.kfw-entwicklungsbank.de/
Nach einer flächendeckenden Evaluierung in der deutschen Entwicklungs- zusammenarbeit (EZ) erkundigt sich die CDU/CSU in einer Kleinen Anfrage im Bundestag (15/3371). Die Union erklärt, die deutsche EZ gehöre zu den wenigen Politikbereichen, in denen sich Erfolgskontrolle seit über 30 Jahren etabliert habe. Gleichwohl bestünden offene Fragen und Diskussionsbedarf zur künftigen Ausrichtung von Evaluierungen und Erfolgskontrollen. So tauche regelmäßig die Fragen nach einem eigenständigen Evaluierungsinstitut auf. Text unter
http://www.cducsu.de/aktuelles/initiativen/0F4E8E618B656DED2E886DC6353C83F711348-4yi38jwh.pdf
Das weltweite Aktionsprogramm ist ein wesentlicher Erfolg der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien - renewables 2004 -, die im Juni in Bonn stattgefunden hat. Dem Aufruf der Bundesregierung sind zahlreiche Regierungen, internationale Organisationen, Finanzierungs-Institutionen, Unternehmen, Verbände und Nichtregierungsorganisationen gefolgt. Sie haben damit ihre Bereitschaft untermauert, erneuerbare Energien durch Aktionen und freiwillige Verpflichtungen in den nächsten Jahren zu fördern. Das Aktionsprogramm umfasst nunmehr rund 200 konkrete Beiträge aus aller Welt. Eine Übersicht aller Aktionen sowie das gesamte Internationale Aktionsprogramm sind abrufbar unter
http://www.renewables2004.de/en/2004/outcome_actionprogramme.asp .
Die Dokumentation der Tagung ''Methoden der Korruptionsbekämpfung'', die Ende April in Bad Boll stattfand, ist nun fertig gestellt. Ausgehend von einer Verständigung über den Begriff der Korruption und seiner Abgrenzung wird ein Überblick über die verschiedenen Felder und Ebenen von Korruption in der Entwicklungs- zusammenarbeit gegeben. Sie steht bei der AGEG - Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitischer Gutachter e.G zum Download zur Verfügung:
http://www.ageg.de/downloads/Dokumentation_Korruption_2004.zip
Die neue Projektreihe der Stiftung Entwicklung und Frieden ''Entwicklung und failing states'' startete mit einem Eröffnungsworkshop am 7./8. Mai 2004 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Die in Kooperation mit dem Bonn International Center for Conversion (BICC) organisierte Veranstaltung ''Staaten zwischen Stabilität und Zerfall - Bestandsaufnahme und Problemanalysen aus drei Weltregionen'' richtete den Blick auf Ursachen, Rahmenbedingungen und Konsequenzen von fragiler Staatlichkeit sowie auf mögliche Auswege, die anhand von sechs Länderbeispielen (Brasilien, Kolumbien, Afghanistan, Pakistan, Namibia und Simbabwe) diskutiert wurden. Viele Experten warnten vor einer zu staatszentrierten Sichtweise bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten. Denn nicht selten ist der Staat selbst das Problem und ein zentraler Konfliktakteur. Die Einflussmöglichkeiten externer Akteure in schwachen oder zerfallenden Staaten wurden allgemein skeptisch beurteilt. Lesen Sie mehr dazu in der Dokumentation zur Veranstaltung unter:
http://www.sef-bonn.org/inc/sef.events.inhalt.php?show=67&lang=de&rfs=1
Hamburg, 24.-25.09.2004,
Dieses Seminar im Haus am Schüberg bietet die Möglichkeit, sich mit den entwicklungspolitisch relevanten Informations- und Kommunikationsdiensten vertraut zu machen und deren Anwendungsmöglichkeiten für die Praxis zu erproben.
Beitrag: 25,- € ohne Übernachtung / 45,- € mit Übernachtung
Anmeldung und Info: EED Bildungsstelle Nord,
Tel. 040-605 2559, Fax 040-605 2538, e-mail: eed @ haus-am-schueberg.org
http://haus-am-schueberg.org/
In einer neuen Broschüre unter dem Titel ''Weiterbildung ohne Grenzen'' präsentiert die staatliche Informations- und Beratungsstelle IBS in Köln rund 170 Angebote zur Auslandsqualifizierung von über 60 Organisationen. Auf 200 Seiten werden Qualifizierungsprogramme vor allem für Fach- und Führungskräfte aufgelistet. Die Inhalte der jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erscheinenden kostenlosen Publikation stehen auch im Internet zur Verfügung. Bestelladresse: InWEnt Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, Informations- und Beratungsstelle (IBS), Weyerstr. 79-83, D-50676 Köln, IBS-Serviceline: 0221/2098-123, Fax 0221/2098-184, E-Mail: ibs @ inwent.org http://www.cdg.de/ibs/
''Umbiki'', der Newsletter von INISA, informiert über die Aktivitäten des Vereins und seiner Mitglieder, insbesondere INISA-Veranstaltungen und die Fortschritte unseres Stipendiaten. Er erscheint zusammen als regelmäßige Beilage von ''Afrika Süd'', der Zeitschrift zum Südlichen Afrika. Die Initiative Südliches Afrika e.V.(INISA) möchte mit ihrer Arbeit die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Südlichen Afrika in Deutschland fördern. Umbiki 30 ist jetzt online verfügbar.
http://www.inisa.de
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Die Society for International Development (SID) ist die älteste, politisch unabhängige und private entwicklungspolitische Vereinigung der Welt. In Deutschland sind insgesamt rund 500 Mitglieder vertreten. Das SID-Chapter in Hamburg (Gesellschaft für Internationale Entwicklung Hamburg e.V.) arbeitet in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Das Chapter dient dem entwicklungspolitischen Erfahrungs- und Informationsaustausch, der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis, der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und der Vertretung der Interessen der Entwicklungsländer im norddeutschen Raum. Informationen unter http://www.sid-hamburg.de/