Freiberuflich Aufträge bekommen und gemeinsam arbeiten

(tl;dr) Ein umsichtiges Vorgehen – vom Netzwerken bis zur strukturierten Kooperation – erleichtert Freiberufler:innen den Zugang zu neuen Aufträgen und stärkt zugleich die eigene Position auf dem Markt. Das Spinnen-Netz bietet dafür den idealen Rahmen: kollegial, unterstützend und praxisnah.

Wo Freiberufler:innen Aufträge finden – Grundlagen und Praxiswege

Der Einstieg in eine kontinuierliche Auftragsakquise ist für viele Freiberufler:innen eine der größten Herausforderungen. Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Anlaufstellen, Netzwerken und digitalen Plattformen, die Orientierung und Zugang zu passenden Projekten ermöglichen.

  1. Persönliche Netzwerke aktivieren
    Oft entstehen neue Projekte über bestehende Kontakte. Ehemalige Auftraggeber:innen, Kolleg:innen oder Fachnetzwerke sind wertvolle Quellen. Besonders hilfreich ist es, den eigenen beruflichen Schwerpunkt klar zu kommunizieren – sei es auf Veranstaltungen, in E-Mails oder auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing.
  2. Fachverbände und Berufsorganisationen
    Viele freiberufliche Berufsgruppen haben Verbände mit Jobbörsen oder Newsletterangeboten. Beispiele: Architekt:innenkammern, Ingenieurverbände, Übersetzervereinigungen oder Fachgesellschaften im Bereich Nachhaltigkeit und Entwicklung. Diese bieten oft auch projektbezogene Ausschreibungen öffentlicher Einrichtungen an.
  3. Digitale Plattformen für Projektvermittlung
    Websites wie Freelancer.de, Projektwerk, Upwork oder Malt sind nützliche Werkzeuge, um laufend neue Aufträge zu finden. Öffentliche Auftraggeber veröffentlichen darüber hinaus Ausschreibungen auf bund.de, ted.europa.eu (EU-Tenders Electronic Daily) oder regionalen Vergabeplattformen.
  4. Vernetzung über das Spinnen-Netz
    Das Spinnen-Netz selbst bietet vielfältige Möglichkeiten, Bekanntschaften zu vertiefen, komplementäre Kompetenzen zu entdecken und dadurch gemeinsam größere Aufträge zu realisieren. Das aktive Teilen eigener Projektinteressen im Netzwerk ist oft der erste Schritt zu neuen Kooperationen.

Bietergemeinschaften: Worauf Freiberufler:innen achten sollten

Wenn mehrere Freiberufler:innen sich zu einer Bietergemeinschaft zusammenschließen, können sie größere und komplexere Aufträge gemeinsam realisieren. Dabei gilt es jedoch, einige rechtliche und organisatorische Punkte zu beachten:

  • Schriftliche Vereinbarung: Klare Regelungen zur Aufgabenverteilung, Haftung und Gewinnaufteilung sind unerlässlich.
  • Eine federführende Person benennen: Eine Person sollte die Koordination und Kommunikation nach außen übernehmen.
  • Rechtliche Konstruktion: In der Regel tritt eine Bietergemeinschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auf. Das bedeutet gemeinsame Haftung – also sollten alle Beteiligten die Risiken offen besprechen.
  • Kompatible Kompetenzen: Erfolgreiche Gemeinschaften kombinieren unterschiedliche, aber ergänzende Fachprofile – z. B. Konzeption, Durchführung, Evaluation, Kommunikation.
  • Transparente Kommunikation: Offene Gespräche über verfügbare Kapazitäten, Stundensätze und Prioritäten vermeiden spätere Konflikte.
  • Nachhaltige Zusammenarbeit: Gute Erfahrungen in einer ersten Bietergemeinschaft können die Basis für wiederkehrende Kooperationen bilden – ein klarer Vorteil für zukünftige Projekte.