Bildung gemeinsam gestalten: Innovative Konzepte aus der BNE-Online-Akademie 2025


Moin und Servus,

hier berichte ich ausführlich über die zentralen Erkenntnisse und innovativen Bildungskonzepte, die auf der BNE-Online-Akademie des Forum Umweltbildung 2025 unter dem Motto „Co-kreativ & zukunftsfähig. Bildung gemeinsam gestalten“ präsentiert wurden. Die Akademie fand am Mittwoch, den 12. November 2025, statt und zielte darauf ab, neue Zugänge und Methoden kennenzulernen, um Bildungsangebote partizipativ und innovativ zu gestalten.

Die zentrale These der Veranstaltung ist, dass partizipative und co-kreative Methoden nicht nur Kreativität, Innovationskraft und systemisches Denken fördern, sondern auch essenzielle soziale und persönliche Kompetenzen wie Dialogfähigkeit, Selbstwirksamkeit, Verbundenheit und Verantwortungsübernahme stärken. Ziel ist es, Lernprozesse in gemeinschaftliche Gestaltungsprozesse zu verwandeln, die kritisches Denken und Handlungskompetenz für eine nachhaltige Entwicklung und eine lebendige Demokratie fördern.

Für mich ist dies auch eine willkommene Gelegenheit, NotebookLM als Lernumgebung zu nutzen. Mit meiner Erfahrung und Künstlicher Intelligenz co-kreiert es Texte, Podcast und Videos, die komplexe Themen verständlich aufbereiten.

Beste Grüße

Karsten Weitzenegger

Inhaltliche Gliederung: Innovative Bildungskonzepte

Die folgenden fünf Workshops stellten die Kernthemen und Methoden für co-kreative Bildung vor:

  1. Art of Hosting (AoH): Die Kunst des Gastgebens für wirksame Prozesse

Art of Hosting (AoH), präsentiert von Johannes Brossmann (PlanSinn) und Dr.in Martina Handler (CoCreating Future), wird als „die Kunst, Gastgeberin oder Gastgeber zu sein für gute, für wichtige Gespräche und Prozesse und auch ihre Ergebnisse zu ernten“ (im Englischen: hosting and harvesting conversations that matter) verstanden.

  • Kernkonzept: AoH ist eine kontinuierliche Praxis, die auf einer bestimmten Haltung (Umgang mit Menschen und Partizipation), theoretischen Wurzeln (wie systemisches Denken und Theory U) sowie partizipativen Methoden basiert.
  • Ziel der Co-Kreation: Der Ansatz dient dazu, die kollektive Intelligenz einer Gruppe zu aktivieren, insbesondere bei der Arbeit an komplexen Themen wie nachhaltiger Entwicklung. Es unterstützt die partizipative Führung und Selbstorganisation.
  • Abgrenzung zur Kooperation: Co-Kreation unterscheidet sich von Kooperation dadurch, dass sie Räume schafft, in denen etwas noch Unbekanntes emergieren (auftauchen) kann, das vorher nicht gedacht wurde – im Gegensatz zur Kooperation, die auf der Planung von Bekanntem basiert.
  • Rahmenbedingungen: Um Kreativität zu ermöglichen, müssen Räume im Zwischenraum zwischen Chaos und Kontrolle gestaltet werden. Es geht darum, Kontrolle loszulassen, sich auf den Prozess zu verlassen, Fragen zu stellen und wertschätzend zuzuhören – und dabei negative Bewertungen zurückzuhalten, um den Raum zu schützen.
  • Weiterführender Weblink (Referentin/Thema): artofhosting.org
  1. Die Ideenmaschine: Spielerisch zur nachhaltigen Projektentwicklung

Der Workshop „Die Ideenmaschine“, geleitet von Chiara Sterzl und Julia Sautner (theodds), stellte ein kreatives Tool zur Entwicklung nachhaltiger Projektideen vor.

  • Kernkonzept: Die Ideenmaschine ist ein Kartenspiel und ein visuell strukturiertes Tool, das Gruppen durch verschiedene Phasen der Ideenfindung, Entscheidungsfindung und Planung leitet. Es wurde entwickelt, um Gruppen in die Lage zu versetzen, Prozesse selbstständig zu moderieren und von der Idee zur Handlung zu kommen.
  • Fokus: Orientierungspunkt für die Ideenentwicklung sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Das Spiel fördert selbstorganisiertes Arbeiten, kollektives Handeln, kritisches Denken sowie die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden.
  • Anwendungsbereich: Das Tool eignet sich für Bildungs- und Beteiligungsprozesse in Schulen, Hochschulen, Jugendprojekten oder zivilgesellschaftlichen Initiativen. Es zielt darauf ab, Motivation zu schaffen und Menschen aus der „Ohnmacht“ ins spielerische Handeln zu bringen.
  • Weiterführender Weblink (Referentin/Thema): https://theodds-design.com/portfolio/ideenmaschine/
  1. Agil in die Zukunft: Co-Creation mit Scrum

Uta Eichborn (schuleagil.de) stellte im Workshop „Agil in die Zukunft“ das agile Rahmenwerk Scrum vor und beleuchtete, wie es zur Stärkung von Zukunftskompetenzen genutzt werden kann.

  • Kernkonzept: Scrum, ursprünglich aus der Wirtschaft stammend, wird im Unterricht eingesetzt, um eine Haltungsänderung zu bewirken: Lehrende fungieren als Gastgeber und teilen die Verantwortung mit den Lernenden, anstatt sie nur zu belehren.
  • Prozessgestaltung: Scrum bietet ein festgelegtes Rahmenwerk mit Struktur, definierten Rollen und einem kontinuierlichen Verbesserungszyklus (Planen, Überprüfen, Anpassen).
  • Kompetenzentwicklung: Durch die Anwendung agiler Methoden werden entscheidende Zukunftskompetenzen gestärkt, darunter Selbstorganisation, Kommunikationsstärke, Kreativität, Reflexionsfähigkeit und kritisches Denken. Fehler werden dabei als explizite Lernchance angesehen.
  • Weiterführender Weblink (Referentin/Thema): schuleagil.de
  1. Demokratie praktisch lernen: Vom Wissen zum Handeln

Dieser Workshop, geleitet von Babette Lughammer, Margarethe Kainig-Huber (beide PH Niederösterreich) und Renate Otti (Schulleiterin der VS Wölfnitz), fokussierte auf die Vermittlung von Demokratiekompetenzen.

  • Kernkonzept: Demokratiebildung geht über bloße Inhalte hinaus und muss in Beziehungen, Sprache und gelebter Teilhabe im schulischen Alltag verwurzelt sein. Es geht um die Förderung von Mündigkeit und Verantwortung basierend auf demokratischen Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichheit.
  • Rollen und Haltung: Die Workshopleiterinnen betonten die Notwendigkeit, Haltungen zu vermitteln, die schon in der Grundschule gesetzt werden. Lehrende sollten sich als Reisebegleitungen verstehen, die den Denkrahmen öffnen und die Freiheit zur Selbstkompetenz geben.
  • Co-kreative Umsetzung: Ein Schlüsselelement ist die Mitgestaltung des Lernprozesses durch die Lernenden, beispielsweise indem Studierende ihre eigenen Arbeitsaufträge und Exkursionen kreieren dürfen. Das Projekt „Forschungsag“ (AG steht für Alle Gemeinsam) dient als Beispiel für dieses Miteinanderdenken und -arbeiten.
  • Weiterführender Weblink (Referentin/Thema): ph-noe.ac.at
  1. Lernräume gemeinsam gestalten: Begegnung, Bewegung, Chill-out

Anna Streissler (Forum Umweltbildung) beleuchtete in ihrem Workshop „Begegnung, Bewegung, Chill-out“ die partizipative Gestaltung von Lernräumen.

  • Kernkonzept: Lernräume haben sowohl physisch-materielle als auch organisatorische, soziale und pädagogische Aspekte. Der Ansatz berücksichtigt Störfaktoren wie Lärm und zielt darauf ab, Orte zu schaffen, die Konzentration, Begegnung und Wohlbefinden fördern.
  • Partizipation und Hierarchie: Die Lernenden müssen als Betroffene und Mitgestaltende aktiv in die Lösungsfindung eingebunden werden. Dies ist besonders wichtig in hierarchischen Settings wie Schulen, wo Erwachsene und Kinder interagieren und Machtverhältnisse bestehen. Der Prozess erfordert transparente Gestaltung und das Bewusstmachen von Hierarchien, um einen vertrauensvollen Raum zu schaffen.
  • Methode und Ergebnis: Eine zentrale Methode ist das forschende Lernen. Durch die gemeinsame Gestaltung der Lernräume steigen das Commitment und die Leistungsbereitschaft; zudem verbessern sich der soziale Zusammenhalt und der sorgsame Umgang mit Mobiliar.
  • Weiterführender Weblink (Organisation): events.umweltbildung.at (Forum Umweltbildung)

Zusammenfassung und Ausblick

Die BNE-Online-Akademie hat eindrücklich gezeigt, dass co-kreative und partizipative Bildungsformate das gemeinsame Fundament für die Bewältigung komplexer Herausforderungen im Kontext der Nachhaltigkeit bilden. Unabhängig von der spezifischen Methode – sei es Art of Hosting, Scrum oder die Ideenmaschine – zielen alle Ansätze darauf ab, die Lehrenden in die Rolle des „Gastgebers“ oder „Reisebegleiters“ zu versetzen, der Verantwortung teilt, Selbstwirksamkeit fördert und ein sicheres Biotop für das Entstehen neuer, kollektiv getragener Lösungen schafft. Die Haltung, alle gemeinsam (AG) zu arbeiten und das eigene Nichtwissen zuzulassen, wurde als entscheidend für das Gelingen dieser zukunftsfähigen Bildungsprozesse hervorgehoben.

Weiterführender Weblink (Organisation): events.umweltbildung.at (Forum Umweltbildung, Österreich)