Im Forum der Handelskammer Hamburg versammelten sich heute Unternehmerinnen und Unternehmer und Wirtschaftsförderungen zu einem bemerkenswerten Forum: dem Ukraine Business Forum 2026, ausgerichtet von der Handelskammer Hamburg gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine.
Trotz des anhaltenden russischen Angriffskriegs sendet die Veranstaltung ein klares Signal: Die Ukraine ist kein Rückzugsgebiet für Investierende, sondern ein Ort wirtschaftlicher Resilienz und strategischer Chancen. Das Forum richtete sich vor allem an norddeutsche Unternehmen, die bereits in der Ukraine tätig sind oder ein Engagement dort in Erwägung ziehen.
Eröffnung mit diplomatischem Gewicht
Den Auftakt machten hochrangige Redner: Axel Kloth, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, Dr. Christopher Schwieger, Staatsrat der Hamburger Wirtschaftsbehörde, sowie S. E. Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland. Die Eröffnung unterstrich den politischen wie wirtschaftlichen Stellenwert der ukrainisch-deutschen Beziehungen gerade in dieser Phase des Krieges.
Die AHK Ukraine als Brücke
Die Keynote hielt Reiner Perau, CEO der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ukraine). Perau, seit Januar 2023 an der Spitze der AHK Ukraine, pendelt zwischen Berlin und Kiew und vertritt rund 160 Mitgliedsunternehmen. Er moderierte auch das erste Panel zu Rahmenbedingungen, Investitionsschutz und Finanzierungsoptionen für den Ukraine-Markt.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Finanzierung
Das erste Podium beleuchtete konkrete Marktzugangsfragen: regulatorische Entwicklungen, Investitionsschutz und praktische Einstiegshürden. Unter den Diskutanten war auch ein Vertreter von Euler Hermes/Investitionsgarantien des Bundes als wichtigem Absicherungsinstrument für Auslandsengagements in Risikoländern.
Deutsche Unternehmen berichten aus der Praxis
Besonders aufschlussreich war das zweite Panel, in dem drei Unternehmen aus eigener Erfahrung berichteten:
- Sven Höppner, Geschäftsführer der Werner Wirth GmbH, einem Hersteller von Verbindungstechnik und Komponentenschutz. Höppner hatte kurz vor Kriegsbeginn eine Niederlassung in der Ukraine aufgebaut und hält trotz allem an seinem Ukraine-Engagement fest-
- Stephan Dohm, Director Finance & Development der HHLA International GmbH, dem internationalen Arm des Hamburger Hafenlogistikkonzerns.
- Jan-Oliver Buhlmann, CEO von Buhlmann Rohr Fittings Stahlhandel GmbH & Co. KG, einem der führenden Rohrleitungshandelsunternehmen Europas.
Moderiert wurde dieses Panel von Stefan Kägebein, Leiter der Ukraine-Taskforce beim DIHK in Berlin.
Lösungen aus der Ukraine
Den innovativsten Teil des Morgens lieferte die Pitch-Session ukrainischer Anbieter:
- Maryna Khlystun, Executive Director von UkraineInvest, der staatlichen Investitionsförderagentur der Ukraine, war digital zugeschaltet. Sie übernahm die Leitung der Behörde im September 2025 und bringt über 15 Jahre Erfahrung in der Investitionspolitik mit.
- Oleksii Havrysh, CEO und Mitgründer von ARMOR Systems, stellte ein grafisch-kalkulatorisches System vor, das ursprünglich für die ukrainischen Streitkräfte entwickelt wurde und nun industrielle Anwendungspotenziale erschließt.
- Roman Prystatskyy, Mitgründer des Ukrainischen IT-Clusters in Deutschland (DUWEI e.V.), präsentierte das Ökosystem zur Förderung ukrainischer IT-Entwicklung in Deutschland, das in München und Berlin verankert ist.
Solidarität als Programm: #HamburgKyiv
Den Abschluss gestaltete Tatjana Kiel, CEO und Gründerin von WeAreAllUkrainians gGmbH, mit der Vorstellung des Pakts für Solidarität und Zukunft #HamburgKyiv. Die Organisation, 2022 aus einer Initiative von Dr. Wladimir Klitschko, Tatjana Kiel und Dörte Kruppa entstanden, verbindet humanitäre Soforthilfe mit nachhaltigen Wiederaufbauprojekten in der Ukraine.
Netzwerk verbindet
Das Forum schloss mit einem Networking-Lunch. Die Botschaft des Tages war eindeutig: Norddeutsche Unternehmen, die jetzt Präsenz in der Ukraine aufbauen oder halten, positionieren sich für den Moment, in dem der Wiederaufbau in großem Maßstab beginnt. Die Handelskammer Hamburg etabliert sich dabei als zentrale Anlaufstelle für diesen Brückenschlag zwischen zwei Wirtschaftsräumen.
Veranstaltung: Ukraine Business Forum, 28. April 2026, 09:00 bis 13:15 Uhr, Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg.

