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Entwicklungspolitik im Überblick SID Hamburg bringt Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis für globale Entwicklung zusammen
- Umfrage unter Millionär*innen: Superreiche kaufen politischen Einflussvon noreply@blogger.com (Unknown) am 21. Januar 2026 um 12:40
Millionär*innen sehen negative Auswirkungen von Präsident Trump auf die globale Stabilität Berlin, 21.01.2026. 77 Prozent der Millionär*innen weltweit sind der Ansicht, dass Superreiche politischen Einfluss kaufen. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag der Patriotic Millionaires, die heute während des Weltwirtschaftsforums in Davos erscheint. Zusammen mit den Patriotic Millionaires veröffentlicht Oxfam einen offenen Brief von rund 400 Millionär*innen aus 24 Ländern. Sie fordern die Politik auf, die extreme Vermögenskonzentration zu bekämpfen sowie Superreiche stärker zu besteuern. Zu den Unterzeichner*innen gehört unter anderem der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Mark Ruffalo und Blinkist-Gründer Sebastian Klein. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage: 77 Prozent der befragten Millionär*innen sagen, dass Superreiche politischen Einfluss kaufen. Sechs von zehn Befragten sagen, dass Donald Trump sowohl die globale wirtschaftliche Stabilität als auch die Lebenshaltungskosten für die breite Bevölkerung negativ beeinflusst hat. 81 Prozent glauben, dass extrem wohlhabende Personen durch ihren Reichtum Zugang zu Politiker*innen erhalten können. 82 Prozent sind der Meinung, dass es eine Obergrenze dafür geben sollte, wie viel Geld Politiker*innen und politische Parteien von Einzelpersonen erhalten dürfen. 62 Prozent halten extremen Reichtum für eine Bedrohung der Demokratie. 71 Prozent glauben, dass Menschen mit extrem großen Vermögen Wahlausgänge maßgeblich beeinflussen können. Mark Ruffalo, preisgekrönter US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur: „Donald Trump und die einzigartige Bedrohung, die er für die amerikanische Demokratie darstellt, sind nicht über Nacht entstanden. Extreme Vermögensungleichheit hat jeden seiner Schritte ermöglicht und ist die eigentliche Ursache des Trends hin zum Autoritarismus, den wir in den USA und weltweit beobachten. Wenn die Politiker*innen und Wirtschaftsvertreter*innen in Davos die Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ernst nehmen, müssen sie den Kampf gegen die extreme Konzentration von Reichtum ernsthaft aufnehmen. Dazu gehört auch, reiche Menschen wie mich zu besteuern." Amitabh Behar, Geschäftsführer von Oxfam International: „Im vergangenen Jahr war der Anstieg des Vermögens von Milliardär*innen beispiellos. Den Superreichen wird völlig freie Hand gelassen. Es ist kaum zu begreifen, dass das reichste Prozent inzwischen dreimal so viel besitzt wie das gesamte öffentliche Vermögen der Welt zusammen. Das verdeutlicht, wie absurd groß die Kluft zwischen Superreichen und dem Rest der Menschheit geworden ist. Regierungen müssen jetzt Steuern für die Superreiche einführen und der Verringerung von Ungleichheit höchste Priorität einräumen. Die Welt kann diesen gefährlichen Kurs nicht fortsetzen." Redaktionelle Hinweise Die von Survation zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 durchgeführte Umfrage wurde von Patriotic Millionaires in Auftrag gegeben. Befragt wurden 3.900 Personen aus den G20-Ländern mit Vermögenswerten von über eine Million US-Dollar (ohne Immobilien). Patriotic Millionaires ist ein Zusammenschluss reicher Amerikaner*innen, die ein faires Steuersystem fordern. Den offenen Brief „Time to Win" von 400 Millionär*innen hat Patriotic Millionaires gemeinsam mit Oxfam, Millionaires for Humanity und taxmenow initiiert (Liste der Unterzeichner*innen). Daten zu öffentlichem und privatem Vermögen stammen aus der World Inequality Database (WID). Das weltweite Gesamtvermögen des reichsten Prozent belief sich laut WID im Jahr 2024 auf 223 Billionen US-Dollar, während das weltweite Nettovermögen des öffentlichen Sektors rund 70 Billionen US-Dollar betrug.
- Auswahl wichtiger entwicklungspolitischer Termine 2026von noreply@blogger.com (Unknown) am 19. Januar 2026 um 22:09
Quelle: BMZ +++ Alle Termine unter Vorbehalt +++ Januar 01.01.26 Den Vorsitz im EU- Ministerrat übernimmt turnusgemäß Zypern 16.01.-25.01.26 Die Grüne Woche feiert 100- jähriges Bestehen: International bedeutendste Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in den Messehallen am Funkturm 19.01.-23.01.26 Weltwirtschaftsforum Jahrestagung in Davos/ Schweiz 26.-27.01.26 Das High-Level Vorbereitungstreffen in Dakar bereitet die VN-Wasserkonferenz 2026 vor Februar 09.-12.02.26 Mining Indaba Africa Mining Conference in Kapstadt/ Südafrika 13.02.-15.02.26 Münchener Sicherheitskonferenz (bis 15.02.) 15.-20.02.26 AI Impact Summit: Ist einer der weltweit einflussreichsten Gipfel zu verantwortungsvoller KI in Neu-Delhi März 03.03.-05.03.26 Internationale Tourismus- Börse (ITB) in den Messehallen Berlin. Partnerland ist Angola 09.-20.03.26 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission, New York 12.03.26 Launch der Fachkräfteallianz „WE-Fair: Wirtschaft und Entwicklungspolitik für faire Fachkräftemigration" in Berlin. Die Mitglieder setzen ein Zeichen für faire Rekrutierung und führen gemeinsame Projekte durch 19.03.26 Anlässlich des Weltwassertags am 22. März plant die deutsche Zivilgesellschaft (Dt. WASH-Netzwerk, ONE, well:fair) eine Veranstaltung als Auftakt zum globalen „Wasserjahr" 2026 30.03.-01.04.26- Regional Global Gateway Business Forum in Abidjan April Voraussichtlich 2. Quartal In Großbritannien ist eine Konferenz zur Zukunft der Entwicklungspolitik geplant, zu der Entwicklungsministerinnen und -minister eingeladen werden. Mitte April (Datum wird von der OECD noch bekannt gegeben): Veröffentlichung der vorläufigen ODA und ODA-Quote für das Berichtsjahr 2025. 13.-18.04.26 Weltbankfrühjahrstagung in Washington D.C. 16.04.26 8. Deutsche High Level Political Forum in Berlin 19.-24.04.26 Bundeskanzler Friedrich Merz und der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eröffnen am 19.04. die Hannover Messe als größte Industriemesse der Welt mit Brasilien als diesjährigem Partnerland. 23.04.26 Girls & Boys Day Zukunftstage zur beruflichen Orientierung 27.-29.04 World Health Summit (WHS) Regional Meeting in Nairobi, Kenia 27.-30.04.26 Women Deliver Conference, Melbourne April/Mai 2026 (tbc) Wiederauffüllung des Globalen Bildungsfonds „Global Partnership for Education" für die Strategiephase 2026-2030, um Bildungssysteme in Partnerländern zu stärken Ende April/ Anfang Mai- findet das G7 Entwicklungsminister*innentreffen unter französischer G7 Präsidentschaft in Frankreich statt. Themen werden voraussichtlich Entwicklungsfinanzierung und die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik sein. April/ Mai- Wirtschafts-Gipfel Afrika in Berlin Mai 03.-06.05.26 Bei der Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank in Samarkand (Usbekistan) werden u.a. die Umsetzungs-Fortschritte der Entwicklungsagenda der ADB in Asien und im Pazifikraum beraten. PStS Saathoff wird als Gouverneur Deutschland vertreten, einen der größten Anteilseigner der ADB. 05.-08.05.26 Das zweite International Migration Review Forum der Vereinten Nationen in New York bietet eine Plattform zum Austausch über Umsetzungsfortschritte des 2018 verabschiedeten Globalen Migrationspakts (Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration (GCM)). Deutschland wird, wie bereits 2022, einen freiwilligen Staatenbericht zu seinen Umsetzungserfolgen vorlegen. 13.-17.06.26 Katholikentag in Würzburg 18.05.-20.05.26 re:publica Digital-Konferenz in der Station Berlin 25.-29.05.26 AfDB-Jahrestagung in Brazzaville 26.-29.05.26 14. WTO Ministerkonferenz in Yaoundé, Kamerun. Bei der MK 14 diskutieren Ministerinnen und Minister der WTO Mitgliedsstaaten aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des multilateralen Handelssystem Juni Auf der Ukraine Recovery Conference (URC) 2026 im Juni in Polen werden Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammenkommen, um die Herausforderungen beim Wiederaufbau der Ukraine anzugehen. Dabei baut die URC auf den Ergebnissen der letzten Konferenzen auf. Der genaue Termin wird in Kürze bekannt gegeben. 11.06.26 „weltwärts" wird 18! – Jubiläumsveranstaltung in Hannover. Seit 2008 haben über 50.000 junge Menschen über den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des BMZ in Projekten weltweit mitgewirkt – von Bildung über Klima bis Menschenrechte. 20.-21.06.26 Tag der offenen Tür der Bundesregierung 24.06.26 Preisverleihung zum entwicklungspolitischen Schulwettbewerb „Alle für EINE WELT für alle" im Hotel Oderberger in Berlin 29.-30.06.26 HSC Hamburg Sustainability Conference Juli 01.07.26 Irland übernimmt den Vorsitz des EU- Ministerrats 06.-15.07.26 High Level Political Forum on Sustainable Development, New York 07.-10.07.26 AI for Good Global Summit: Ist die führende globale UN-Plattform für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Förderung nachhaltiger Entwicklung und wird von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) gemeinsam mit weiteren UN-Organisationen ausgerichtet. Global Dialogue on AI Governance: Hochrangiges Format im Rahmen des AI for good Global Summit. In Genf 26.-31.07.26 Internationale Aids-Konferenz in Rio de Janeiro genaues Datum tbc Vorstellung des UN-Weltbevölkerungsberichts: Gemeinsam mit dem UN-Bevölkerungsfonds UNFPA und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung August 17.-28.08.26 Die 17. Vertragsstaatenkonferenz (COP17) der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) findet in Ulaanbaatar, Mongolei statt. September 04.-05.09.26 Verleihung des BMZ-Engagementpreis in Bonn 17.-19.09.26 Peace Building Forum (PBF, FriEnt), Ort tbc 20-25.09.26 Bei der High Level Week der 81. UN Generalversammlung wird es um die Umsetzung der UN80 Reformen gehen und die künftige Rolle der Vereinten Nationen als Rückgrat der multilateralen Ordnung. Die High Level Week bietet außerdem eine Dialogplattform und aktuelle Themen zu diskutieren. 22.-24.09.26 Jahrestreffen des Aktionsnetzwerks „Frauen auf der Flucht" im BMZ Berlin September/Oktober 2026 (tbc) Wiederauffüllung des Globalen Fonds für Bildung in Krisen „Education Can not wait" für die Strategiephase 2027-2030 um Kindern und Jugendlichen in Krisenkontexten Bildung zu ermöglichen. Oktober 07.-08.10.26 Die 8. Deutsch-Ukrainische Partnerschaftskonferenz in Berlin 08.-09.26 High-Level Steering Meeting AU-EU Gesundheitspartnerschaft in Berlin 11.-13.26 World Health Summit (WHS) 2026 in Berlin November 09.-20.11.26 31. UN-Klimakonferenz der Vertragsparteien (COP31) in Antalya 14.11.26 Das Circular Valley Forum 2026 25.11-10.12.26 16 Days of Activism against gender-based violence Dezember 02.-04.12.26 Die VN-Wasserkonferenz 2026 in Abu Dhabi 10.12.26 Friedensnobelpreis Übergabe des Preises 2025 in Oslo. In Stockholm werden die Nobelpreise für Literatur, Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften übergeben Ende 2026 Deutsch-indische Kabinettkonsultationen unter Leitung von Bundeskanzler Merz und Premierminister Modi in Berlin
- Deutschland stärkt seinen UN-Standort: UN-Entwicklungsprogramm verlegt Teile seines Hauptsitzes nach Bonnvon noreply@blogger.com (Unknown) am 19. Januar 2026 um 20:38
Gemeinsame Erklärung von Außenminister Dr. Johann Wadephul, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst und Oberbürgermeister von Bonn Guido Déus zur Entscheidung von UNDP: Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) wird in Bonn einen zentralen Standort errichten. Dies teilte der Leiter von UNDP, Alexander De Croo, heute der Bundesregierung mit. Außenminister Dr. Johann Wadephul: „Mit UNDP als wichtigster Organisation der Entwicklungszusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen und einem der wichtigsten Partner Deutschlands im Bereich Stabilisierung kommt ein internationales Schwergewicht nach Deutschland. Das stärkt den UN-Standort Bonn. Und das ist ein wichtiges politisches Signal für das Vertrauen in die deutsche Außenpolitik – gerade in Zeiten, in denen das UN-System und multilaterale Prinzipien unter Druck stehen. Globale Herausforderungen wie Kriege, Hunger und Umweltzerstörung können aber nur in Kooperation bewältigt werden. Deutschland ist und bleibt ein Verfechter und Förderer von internationaler Zusammenarbeit – denn diese ist gleichzeitig auch für die Sicherheit, die Freiheit und den Wohlstand unseres Landes wichtig. Bereits jetzt bietet Deutschland mit dem Standort Bonn den Vereinten Nationen ein zuverlässiges Umfeld, ihre wichtige Arbeit für Menschen weltweit zu leisten. Dazu gehört auch, dass die Vereinten Nationen ihre Reformanstrengungen wirkungsvoll umsetzen – wir wollen sie dabei unterstützen." Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die internationale Ordnung verändert sich grundlegend. Deshalb richtet Deutschland seine Entwicklungszusammenarbeit neu aus – und auch das UN-Entwicklungsprogramm passt sich dieser neuen Weltlage an. Der Zuzug von UNDP-Teilen nach Bonn stärkt diese Stadt als internationalen Standort und zeigt: Deutschlands Rolle in der globalen Entwicklungspolitik wächst. UNDP ist dabei einer unserer wichtigsten Partner – gemeinsam im Kampf gegen Armut und für nachhaltige Entwicklung." Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für Nordrhein-Westfalen, für die Bundesstadt Bonn und für Deutschland insgesamt. Sie bestätigt Nordrhein-Westfalen als starken, verlässlichen und international geschätzten Gastgeber der Vereinten Nationen. Bonn ist das Herz des deutschen UN-Standortes – und Nordrhein-Westfalen der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmen, der internationales Arbeiten auf höchstem Niveau ermöglicht. Gemeinsam mit der Bundesregierung und der Stadt Bonn haben wir uns mit Nachdruck für Nordrhein-Westfalen als Standort eingesetzt. Die Entscheidung von UNDP für Bonn ist eine Entscheidung für Europa, Exzellenz und Multilateralismus. Gerade im 30. Jubiläumsjahr des UN-Standortes Bonn ist das ein Meilenstein zur weiteren Stärkung des wichtigsten deutschen UN-Zentrums. Von Nordrhein-Westfalen aus kann die internationale Entwicklungspolitik künftig noch wirkungsvoller mitgestaltet werden. Nordrhein-Westfalen steht für Weltoffenheit, Stabilität und Innovationskraft. Als Gastgeber der Vereinten Nationen stehen die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn Seite an Seite." Oberbürgermeister Guido Déus: „Ich freue mich auch im Namen der Bonnerinnen und Bonner sehr über diese Entscheidung. Bonn ist eine weltoffene, kosmopolitische Stadt. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich Bonn als deutsche Stadt der Vereinten Nationen auch international einen Namen gemacht. Mit der Ankündigung, Teile des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen nach Bonn zu verlagern, leistet Deutschland in geopolitisch schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Auch wir als Stadt Bonn werden unseren Beitrag dafür leisten, dass die Mitarbeitenden des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen und deren Familien gute Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden und sich in Bonn sicher, wohl und zuhause fühlen können." Hintergrundinformationen Über UNDP Das UN-Entwicklungsprogramm ist die weltweit führende Organisation der Vereinten Nationen für die Förderung nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung. UNDP setzt sich dafür ein, dass alle Menschen die Chance auf ein besseres Leben haben, und unterstützt Länder dabei, ihre Entwicklungsziele zu erreichen. In den kommenden zwei Jahren wird UNDP 300 Mitarbeitende und zentrale Funktionen nach Bonn verlagern. Mit dem neuen Standort in der Bundesstadt möchte UNDP die vielfältigen Synergien nutzen, die sich durch die Zusammenarbeit mit anderen UN-Organisationen, zentralen Akteuren der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, Regierungsstellen und Nichtregierungsorganisationen in Bonn sowie ansässigen Netzwerken ergeben. Deutschland ist größter Geber von UNDP, fungiert als aktives Mitglied in dessen Exekutivrat und legt mit dem Entwicklungsprogramm in strategischen Dialogen Zielsetzungen und Programme fest, um globalen Herausforderungen gemeinsam entgegenzutreten. Weitere Informationen unter www.undp.org/ Internationaler und UN-Standort Bonn In enger Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt ist Bonn in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit anerkannten Standort für den internationalen Dialog und Initiativen im Bereich der nachhaltigen Zukunftsgestaltung geworden. Das Herz dieses internationalen Standortes für Nachhaltigkeit und Entwicklungspolitik bilden die Vereinten Nationen, die seit 1951 Büros in Bonn haben. Schon bisher ist die UNO in Bonn mit 27 Einrichtungen und etwa 1200 Mitarbeitenden vertreten und zum Zentrum für Nachhaltigkeit innerhalb der Vereinten Nationen geworden, umgeben von einem wachsenden Netzwerk staatlicher, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure wie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Engagement Global (EG) oder dem German Institute of Development and Sustainability (IDOS). Bundesregierung und Landesregierung setzen sich gemeinsam dafür ein, den UN-Standort Bonn zu stärken. In ihrem Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung festgehalten, den deutschen Sitz der Vereinten Nationen in Bonn weiterzuentwickeln und sich um zusätzliche Ansiedlungen von Institutionen der Vereinten Nationen zu bemühen. Zuletzt wurde im November 2025 ein Bonner Büro von UN Women durch Entwicklungsministerin Alabali Radovan eröffnet. Mit der Ansiedlung von UNDP als zweitgrößtem UN-Büro wird der Standort Bonn um bis zu 300 international erfahrene Mitarbeitende reicher.
- Oxfam-Ungleichheitsbericht: Milliardärsvermögen erreichen historischen Rekordwertvon noreply@blogger.com (Unknown) am 19. Januar 2026 um 10:24
Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit So schnell wie nie, so groß wie nie: Milliardärsvermögen erreichen historischen Rekordwert Milliardärsvermögen wachsen 2025 dreimal schneller als in Vorjahren // Vermögenszuwachs in nur einem Jahr entspricht dem, was die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt Berlin, 19. Januar 2025. Im Jahr 2025 ist das Vermögen von Milliardär*innen dreimal so schnell gewachsen wie in den Jahren davor. Seit 2020 hat es inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent zugelegt. Das zeigt der Bericht „Resisting the Rule of the Rich", den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht. Gleichzeitig lebt fast die Hälfte der Menschheit in Armut. Die politische Macht von Superreichen setzt die Demokratie zunehmend unter Druck. Oxfam fordert die Bundesregierung auf, Superreiche angemessen zu besteuern, in soziale Gerechtigkeit zu investieren sowie Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder zu erhöhen. Der Bericht zeigt: Das Vermögen von Milliardär*innen weltweit ist 2025 um 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen und hat einen neuen Höchstwert von 18,3 Billionen US-Dollar erreicht. Dieser Anstieg in nur einem Jahr entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung (4,1 Milliarden Menschen). Mit einem Wachstum von rund 16 Prozent hat das Vermögen der Milliardär*innen 2025 dreimal so schnell zugenommen wie in den fünf Jahren davor. In vier Sekunden verdient Elon Musk, der reichste Mann der Welt, so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr. Seit März 2020 hat das Gesamtvermögen von Milliardär*innen inflationsbereinigt um 81 Prozent oder 8,2 Billionen US-Dollar zugelegt. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung, rund 3,8 Milliarden Menschen, lebt in Armut, also von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt nur 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens, das reichste Prozent besitzt 43,8 Prozent. Die Situation in Deutschland Auch in Deutschland wächst der Superreichtum unaufhaltsam: In Deutschland ist 2025 die Gesamtzahl der Milliardär*innen um ein Drittel auf 172 gestiegen. Deutschland hat die viertmeisten Milliardär*innen weltweit. Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland. Das Gesamtvermögen aller deutschen Milliardär*innen stieg 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig lebt etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut. Politische Macht von Superreichen gefährdet die Demokratie Der neue Oxfam-Ungleichheitsbericht verdeutlicht auch, wie sich Superreiche mit ihren beispiellosen Ressourcen politische Macht sichern und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, um die Regeln von Wirtschaft und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu gestalten. Superreiche stützen ihre politische Macht durch finanzielle Einflussnahme auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und direkten Zugang zu politischen Ämtern. Das gefährdet die Demokratie. Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland: „Wir befinden uns in der Ära der Milliardär*innen – und das ist keine gute Nachricht für die Welt. Während sich Reichtum an der Spitze in noch nie dagewesenem Tempo konzentriert, kämpft fast die Hälfte der Menschheit ums Überleben. Allein im letzten Jahr haben Milliardär*innen 2,5 Billionen US-Dollar hinzugewonnen. Das ist so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt. Was uns besonders besorgt: Die Wirtschaftsmacht der Superreichen schlägt sich immer deutlicher in politischer Macht nieder und höhlt die Demokratie immer weiter aus. Das sehen wir zum Beispiel in den USA, wo der Milliardär Donald Trump mit seiner reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit immer weiter anfacht, mit weltweiten Folgen." Bundesregierung muss Gerechtigkeitslücken schließen Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland: „Immer mehr Milliardär*innen auf der einen Seite und sich verfestigende Armut auf der anderen Seite sind auch in Deutschland ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte. Um die Demokratie zu schützen, muss die Bundesregierung endlich entschieden gegensteuern und eklatante Gerechtigkeitslücken schließen: Während Durchschnittsverdienende ordentlich Steuern und Abgaben zahlen, tragen Milliardär*innen oft zu wenig zum Gemeinwohl bei. Das ist Gift für die Demokratie." Oxfam fordert von der Bundesregierung, Superreiche mit einer Milliardärssteuer in die Pflicht zu nehmen. Sie muss in soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Demokratiestärkung hier und weltweit investieren. Dafür muss sie zum Beispiel die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen statt zu kürzen. Zum heute veröffentlichten Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit erklärt Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Der Bericht zeigt eine gefährliche Entwicklung: Wer extrem reich ist, hat immer häufiger auch große politische Macht. Dieser erschreckende Rückschritt erinnert an die Ständegesellschaft früherer Zeiten, in der nur die Vermögenden das Sagen hatten. Heute muss gelten: Jeder Mensch hat gleiche Rechte und die gleiche Chance, gehört zu werden. Diese demokratische Errungenschaft müssen wir mit aller Kraft verteidigen. Gemeinsam mit unseren Partnerländern bekämpft die deutsche Entwicklungspolitik Armut und extreme Ungleichheit, und sie stärkt weltweit die Zivilgesellschaft und Demokratiebewegungen.“ Redaktionelle Hinweise Die Zahlen zum Vermögen von Milliardär*innen basieren auf der Forbes-Milliardärsliste (Stand 30. November 2025). Details zu den Berechnungen entnehmen Sie den methodischen Erläuterungen. Zahlen zu Armut stammen von der Weltbank. Folgende Materialien stehen zum Download bereit unter https://oxfam.box.com/v/ungleichheit2026 (Passwort oxfam2026): deutsche Analyse „Die Zerreißprobe – Wie extreme soziale Ungleichheit die Demokratie gefährdet" der englischsprachige Bericht „Resisting the Rule of the Rich" methodische Erläuterungen zu Berechnungen Ab 19.1. zeigt der Superreichen-Tracker, wie viel Vermögen Milliardär*innen im Laufe des Weltwirtschaftsforums anhäufen und was damit finanziert werden könnte.
- Entwicklungsministerin Alabali Radovan startet neue Partnerschaft für Schulessen und Bildung für 100 Millionen Kinder weltweitvon noreply@blogger.com (Unknown) am 18. Januar 2026 um 17:47
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat heute mit dem „School Meals Accelerator" eine neue internationale Partnerschaft auf den Weg gebracht, die in den kommenden Jahren 100 Millionen Kindern weltweit Zugang zu gesundem Schulessen und Bildung ermöglichen soll. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Schulmahlzeiten wirken weit über das Klassenzimmer hinaus. Sie sind ein entscheidender Hebel in unserem weltweiten Einsatz für Bildung, Gesundheit und eine bessere gemeinsame Zukunft. Und die neue internationale Initiative zeigt, dass wir durch Innovation und Partnerschaften einen Unterschied machen. Weltweit werden wir damit 100 Millionen Kindern in den kommenden Jahren eine Perspektive geben." Der School Meals Accelerator unterstützt Schulernährungsprogramme in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik. Bereits heute erhalten weltweit 466 Millionen Kinder regelmäßig Schulessen – 80 Millionen mehr als noch vor vier Jahren. Bis 2030 sollen über das neue Programm des School Meals Accelerators weitere 100 Millionen Kinder Zugang zu gesundem Schulessen und Bildung erhalten. Ziel des neuen „School Meals Accelerator" ist es, Kindern gesunde Nahrung und Schulbildung zu ermöglichen sowie zugleich durch regionale Lebensmittelbeschaffung lokale Landwirtschaft zu stärken und wirtschaftliche Perspektiven vor Ort zu schaffen. Das Programm stellt nationalen Regierungen Wissen, Beratung und Unterstützung zur Verfügung, um Schulernährungsprogramme langfristig eigenständig und nachhaltig aufzubauen und zu finanzieren. Ein zentraler Ansatz sind sogenannte „home-grown" Schulmahlzeiten: Schulen beziehen Lebensmittel aus der Region und kaufen direkt bei lokalen Erzeugerinnen und Erzeugern. So kommen regionale Produkte auf den Teller der Kinder – und gleichzeitig entstehen Arbeitsplätze, Einkommen und nachhaltige Wertschöpfung vor Ort. Gemeinsam mit dem UN-Welternährungsprogramm (WFP), der Rockefeller Stiftung und der Novo Nordisk Stiftung hat das Entwicklungsministerium (BMZ) den School Meals Accelerator heute im Rahmen der Grünen Woche gestartet. Das Programm ist eingebettet in ein globales Unterstützernetzwerk von mehr als 100 Ländern und 150 Partnerorganisationen, die sich für den Ausbau von Schulernährungsprogrammen engagieren. Der Start des School Meals Accelerators ist Teil des deutschen entwicklungspolitischen Engagements für globale Ernährungssicherheit. Ziel ist es, Länder langfristig in die Lage zu versetzen, für eine gute Ernährung ihrer Bevölkerung zu sorgen. Statt kurzfristiger Nahrungshilfen werden nachhaltige Strukturen aufgebaut. Im Rahmen der übergeordneten BMZ-Initiative „Sichere Ernährung – stark fürs Leben" liegt ein besonderer Fokus der deutschen Entwicklungspolitik auf der Ernährung von Kindern. Denn sie leiden besonders unter den Folgen von Hunger und Mangelernährung - oft mit lebenslangen Beeinträchtigungen. Schulernährungsprogramme haben dabei nachweislich große Wirkung: · Kinder erhalten in der Schule ein vollwertiges Essen, oft das einzige am Tag. Das verbessert ihre Lernfähigkeit und Zukunftschancen. · Schulessen ist für Eltern ein wichtiger Anreiz, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Davon profitieren besonders Mädchen, die in vielen Teilen der Welt seltener zur Schule gehen als Jungen. · Durch die Zubereitung von Schulessen aus lokalen landwirtschaftlichen Produkten entstehen Arbeitsplätze und lokale Wertschöpfung. Weitere Informationen: BMZ-Engagement im Bereich Schulernährung: Gesunde Ernährung für alle Kinder: Schulernährungsprogramme weltweit | BMZ
- BMZ „Zukunft zusammen global gestalten“ – Bundesministerin Alabali Radovan stellt Reformplan vorvon noreply@blogger.com (Unknown) am 14. Januar 2026 um 19:17
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan richtet die deutsche Entwicklungspolitik neu aus und stellt heute die Ergebnisse des rund sechsmonatigen Reformprozesses vor unter dem Titel „Zukunft zusammen global gestalten". Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Wir leben in einer Zeit historischer Umbrüche. Die multipolare Welt wird konfliktreicher und dynamischer. Für mich sind diese Umbrüche nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance: die Chance, Deutschlands Rolle zu stärken und internationale Solidarität zukunftsfähig zu machen. Ich stehe für eine Entwicklungspolitik, die Verantwortung übernimmt, internationale Partnerschaften vertieft und Deutschlands Rolle in der Welt aktiv gestaltet. Die deutsche Entwicklungspolitik wird damit strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher." Den Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten" sowie eine Zusammenfassung finden Sie hier.
- Germanwatch: Deutsch-indische Beziehungen brauchen nach großen Bildern nun konkrete Taten mit richtigem Fokusvon noreply@blogger.com (Unknown) am 14. Januar 2026 um 19:17
Germanwatch: Energiesicherheit, Klimaschutz und Menschenrechte müssen nach Besuch von Kanzler Merz im Rahmen der vereinbarten Kooperation nun wirkungsvoll umgesetzt werden. Dies sollte die Bundesregierung besser als bisher in der EU abstimmen. Berlin/Neu-Delhi (13. Jan. 2026). Der diplomatisch erfolgreiche Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien zeigt aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch erfreulicherweise, dass die Bundesregierung und Indien die deutsch-indische Partnerschaft vertiefen wollen. Entscheidend ist allerdings, wohin sich die wachsende Partnerschaft konkret entwickelt und dass sie konsequent in eine gemeinsame EU-Strategie eingebettet wird. „Der freundliche und respektvolle Ton auf beiden Seiten ist eine gute Grundlage für eine neue Qualität der Zusammenarbeit, deren Fokus die Regierungen vor allem auf die Bereiche Sicherheit, Handel, Forschung und Fachkräfte, aber auch Klima gelegt haben. Für die Sicherheit beider Partner ist es wichtig, sich möglichst schnell von Öl- und Gasimporten unabhängig zu machen. Eine gemeinsame Strategie der EU-Staaten und Indiens ist hier zentral", kommentiert Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch. „Dass Bundeskanzler Merz seine erste Asienreise ganz bewusst in Indien beginnt, unterstreicht die gewachsene strategische Bedeutung des Landes für Deutschland", ergänzt Rixa Schwarz, Indien-Expertin bei Germanwatch. "Die Bundesregierung muss sich nun dafür einsetzen, dass Klimaschutz und Menschenrechte der Kompass werden, um die jahrzehntelange deutsch-indische Kooperation auf ein Niveau zu heben, das den heutigen geo- und klimapolitischen Herausforderungen gewachsen ist." Großes Klimaschutz-Portfolio jetzt konsequent nutzen Positiv bewertet Germanwatch das breite Kooperationsportfolio, das Deutschland und Indien stetig erweitern. Dazu gehörte beim Besuch des Bundeskanzlers unter anderem die fortschreitende Operationalisierung einer Plattform für Investitionen in Erneuerbare Energien, die Absichtserklärung, ein gemeinsames Exzellenzzentrum für Jobs in Erneuerbaren Energien zu gründen sowie nach dem Ausstieg der USA ein klares Bekenntnis zum UNFCCC-Prozess. Neu ist außerdem das außenpolitische Dialogformat des "Track-1.5-Foreign-Policy-and-Security-Dialogs". Zusammen bietet dieses Instrumentarium großes Potenzial, das nun von beiden Partnern gehoben werden muss. Eine Erweiterung der Zusammenarbeit über Erneuerbare Energien hinaus zur beschleunigten Elektrifizierung von Gebäuden, Verkehr und Öfen ist zentral, um zügig die Importe von Öl und Gas herunterzufahren. Der Außenpolitik-Dialog sollte das Thema menschliche Sicherheit wirkungsvoll einschließen. Die konsequente Einbindung auch kritischer zivilgesellschaftlicher Akteure ist wichtig. "Mehr Kooperation allein reicht nicht. Entscheidend bleibt die Qualität - auch in der Umsetzung bestehender Partnerschaften wie der "Green and Sustainable Development Partnership", so Lalit Chennamaneni, Referent für indisch-deutsche Klima- und Entwicklungszusammenarbeit bei Germanwatch. Klimakooperation muss Kern der Partnerschaft bleiben Trotz positiver Signale warnt Germanwatch davor, Klimaschutz in der deutsch-indischen Zusammenarbeit lediglich als Querschnittsthema mitzudenken. „Wirtschaftliche, energie- und sicherheitspolitische Ziele müssen ganzheitlich gedacht werden. Sie müssen konsequent kompatibel mit Menschenrechten, Gerechtigkeit und Klimazielen sein", so Chennamaneni. „Klima als Querschnittsthema zu verankern, darf nicht heißen, es in den Hintergrund zu drängen. Eine breit angelegte Klimapartnerschaft muss zentraler Bestandteil der bilateralen Beziehungen bleiben." Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten und angesichts des Rückzugs der USA aus der internationalen Klimakooperation ist Indien ein unverzichtbarer Partner für globalen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Dafür braucht es mehr als Regierungsdialoge: Zivilgesellschaftliche Kooperationen und Partnerschaften im Globalen Süden müssen aus Sicht von Germanwatch gezielt gestärkt werden.
- Das reichste Prozent hat sein Treibhausgasbudget für 2026 bereits ausgeschöpftvon noreply@blogger.com (Unknown) am 10. Januar 2026 um 08:23
#Emissionsungleichheit Das reichste Prozent hat sein Treibhausgasbudget für 2026 bereits ausgeschöpft Berlin, 10. Januar 2026. Nach nur zehn Tagen hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung seinen fairen Anteil am jährlichen Treibhausgasbudget verbraucht und plündert von nun an das der übrigen Weltbevölkerung. Jedes Jahr errechnet Oxfam den „Pollutocrat Day", den Tag, an dem das weltweit reichste Prozent sein jährliches Treibhausgasbudget bereits ausgeschöpft hat – also die Menge an CO2, die pro Kopf jährlich emittiert werden darf, um die Erderwärmung im langfristigen Durchschnitt auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Dieser Tag fällt 2026 auf den 10. Januar und macht deutlich, wie unverhältnismäßig stark die Reichen und Superreichen für die Klimakrise verantwortlich sind. Allein durch Superyachten und Privatjets erzeugt ein*e superreiche*r Europäer*in in rund einer Woche so viel Treibhausgase wie ein Mensch aus dem ärmsten Prozent der Weltbevölkerung in seinem gesamten Leben. Neben den Emissionen, die Superreiche durch ihren Lebensstil verursachen, tragen sie auch für die Emissionen jener Industrien Verantwortung, in die sie ihren Reichtum investieren. Untersuchungen von Oxfam zeigen, dass jede*r Milliardär*in im Durchschnitt durch die Unternehmen in seinem Investitionsportfolio für jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich ist und damit die Welt weiter in den Klimakollaps treibt. Folgen des exzessiven CO2-Ausstoßes Die Emissionen des reichsten Prozent in nur einem Jahr werden bis zum Ende des Jahrhunderts schätzungsweise 1,3 Millionen hitzebedingte Todesfälle verursachen. Darüber hinaus verursachen die extremen Emissionen der Superreichen wirtschaftliche Schäden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bis 2050 in Höhe von bis zu 44 Billionen US-Dollar an wirtschaftlichen Schäden. „Ab dem 11. Januar plündern die Reichen und Superreichen die Treibhausgasbudgets der übrigen Weltbevölkerung. Die Superreichen müssen nicht nur ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken, sondern sollten auch finanziell stärker in die Verantwortung genommen werden, um weltweit die Klimaziele zu erreichen und die Lebensgrundlage des Menschen zu schützen", sagt Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam. Die reichsten Menschen und Unternehmen verfügen zudem über unverhältnismäßig viel Macht und Einfluss auf die Politik. So nahmen beispielsweise 1600 Lobbyist*innen von Unternehmen der fossilen Energieindustrie an der jüngsten UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien teil. „Durch ihre immense Macht und ihren Reichtum nehmen Superreiche und ihre Unternehmen großen Einfluss auf die Politik und schwächen die globale Klimapolitik", ergänzt Jan Kowalzig. Oxfam fordert Regierungen auf, die Emissionen von Superreichen zu reduzieren und sie zur Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung stärker in die Verantwortung zu nehmen, etwa durch die Besteuerung von hohen Vermögen. Es braucht zudem weltweit eine Steuer auf die Gewinne von Öl-, Gas- und Kohleunternehmen. Sie könnte nach Oxfam-Schätzung jährlich bis zu 400 Milliarden US-Dollar einbringen, was den Kosten der Klimaschäden im Globalen Süden entspricht. Außerdem sollten emissionsintensive Luxusgüter wie Superyachten und Privatjets stärker besteuert werden. Insgesamt braucht es nach Ansicht von Oxfam ein auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit basierendes Wirtschaftssystem, das Mensch und Umwelt an erste Stelle setzt. Redaktionelle Hinweise: Zur Berechnung des 10. Januar: Gemäß dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen müssen die weltweiten Emissionen bis 2030 auf 24 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr reduziert werden (vgl. UNEP); bleiben die Anteile der verschiedenen Treibhausgase konstant (vgl. World Resources Institute), ergeben sich für 2030 etwa 17,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2). Für 2030 ist mit einer Weltbevölkerung von rund 8,5 Milliarden Menschen zu rechnen (vgl. UN). Daraus ergibt sich ein verträgliches pro-Kopf-Level von 2,1 Tonnen CO2 pro Jahr im Jahr 2030. Daten des Stockholm Environment Institut zeigen, dass 2023 das reichste 1 Prozent der Weltbevölkerung für pro-Kopf-Emissionen von 75,1 Tonnen CO2 pro Jahr bzw. 0,206 Tonnen CO2 pro Tag verantwortlich war (vgl. Oxfam). Damit sind die durchschnittlich 2,1 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze für das reichste Prozent bereits nach 10,2 Tagen erreicht. Den aktuellen Oxfam-Bericht (Oktober 2025) sowie die zugehörige deutsche Analyse finden Sie hier zum Download. Laut dem Oxfam-Bericht „Klima der Ungleichheit" (November 2023) reichten die Emissionen des reichsten Prozent im Jahr 2019 aus, um 1,3 Millionen Todesfälle aufgrund von Hitze zu verursachen. Die Oxfam-Berechnung zu den möglichen Erträgen einer weltweiten Steuer auf Gewinne fossiler Unternehmen (jährlich 400 Milliarden US-Dollar) ist hier aufgeschlüsselt. Der Oxfam-Bericht „Carbon Inequality Kills" (Oktober 2024) sowie die zugehörige deutsche Analyse kommen zu dem Ergebnis, dass allein die Konsumemissionen des reichsten Prozent der Weltbevölkerung über vier Jahrzehnte (1990–2030) enorme wirtschaftliche Netto-Schäden verursachen, von denen Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen am stärksten betroffen sind. Zwischen 1990 und 2050 werden diese Länder wirtschaftliche Schäden in Höhe von insgesamt 44 Billionen US-Dollar verzeichnen. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat bestätigt, dass Länder gesetzlich verpflichtet sind, ihre Emissionen so weit zu reduzieren, dass das universelle Recht auf Leben, Nahrung, Gesundheit und eine saubere Umwelt geschützt ist.
- Entwicklungsministerin Alabali Radovan zum US-Rückzug aus internationalen Organisationenvon noreply@blogger.com (Unknown) am 8. Januar 2026 um 20:27
Zur Ankündigung der USA, sich aus 66 internationalen Organisationen zurückzuziehen – darunter solche, die sich für die Bildung von Kindern, den Klimaschutz, für Demokratie und die Förderung der reproduktiven Gesundheit einsetzen – erklärt Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Der Rückzug der USA aus internationalen Organisationen ist ein weiterer harter Schlag gegen den Multilateralismus. Als Bundesregierung verfolgen wir einen anderen Weg: Deutschland bekennt sich klar zur internationalen Zusammenarbeit auf Basis fairer Regeln. Starke internationale Organisationen wie die UN sind die Grundpfeiler unserer internationalen Zusammenarbeit, die Frieden, Sicherheit und Wohlstand schafft. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit können wir als Weltgemeinschaft nur durch internationale Zusammenarbeit und mit starken Partnern wie den Vereinten Nationen bewältigen. Mit Bonn bieten wir zahlreichen UN-Organisationen ein Zuhause. Ich setze mich dafür ein, dass wir den deutschen UN-Standort Bonn weiter ausbauen – beispielsweise auch UNDP; so stärken wir auch die deutsche Präsenz in den Vereinten Nationen."
- Germanwatch: „Multilateralismus vor größter Bewährungsprobe seit 1945“von noreply@blogger.com (Unknown) am 8. Januar 2026 um 20:27
Germanwatch fordert nach Rückzug der Trump-Regierung aus 66 Organisationen Führungsrolle der EU und der Bundesregierung beim Aufbau neuer Allianzen Berlin/Bonn (8. Jan. 2026). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht in der Ankündigung von US-Präsident Trump zum Rückzug aus 66 Organisationen und unter anderem allen relevanten Abkommen zu Umwelt- und Klimaschutz einen der größten Einschnitte für den Multilateralismus seit 1945. „Der Multilateralismus steht nun vor seiner größten Bewährungsprobe seit dem 2. Weltkrieg", konstatiert Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch. „Trump schadet vor allem seinem eigenen Land, aber natürlich auch massiv der gesamten Welt. Nun ist es an der EU und an Deutschland, gemeinsam mit Staaten und Staatengruppen insbesondere aus dem Globalen Süden starke Allianzen aufzubauen, um uns nicht um die gemeinsame Zukunft bringen zu lassen. Dass Erneuerbare Energien und die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie heute meist wettbewerbsfähiger sind als fossile Energien, ist durch einen erfolgreichen gemeinsamen Kraftakt gelungen. Die globale Energiewende ist so stark, dass sie sich durch die Allianz von Trump mit anderen fossil dominierten Staaten wie Russland oder Saudi-Arabien nicht aufhalten lässt, wohl aber bremsen. Viele US-Bundesstaaten und Städte erkennen dies als großen Fehler und machen bei diesem Feldzug gegen die Energiewende nicht mit." Bals sieht insbesondere Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in der Pflicht: "Wir erwarten von der Bundesregierung, dass Deutschland eine Führungsrolle übernimmt. Es geht darum, sich möglichst schnell von Öl und Gas zu verabschieden, um nicht weiter von den USA und Russland erpressbar zu sein. Es geht darum, Allianzen mit möglichst vielen der fast 200 in der UN-Klimarahmenkonvention verbleibenden Staaten zu schließen, um gemeinsam die gigantischen Risiken der Klimakrise einzudämmen und die neue Energiewelt aufzubauen. Die Lücken, die die Trump-Regierung reißt, können nur gemeinsam gestopft werden."
- Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zur Forderung der CSU für mehr Abschiebungen nach Syrienvon noreply@blogger.com (Unknown) am 3. Januar 2026 um 19:42
„Der jahrzehntelange Bürgerkrieg hat viel Zerstörung und tiefe gesellschaftliche Wunden in Syrien zurückgelassen. Zwar sehen wir viele Fortschritte beim Wiederaufbau der Infrastruktur, aber die Lage ist weiterhin sehr fragil. Syrien bleibt noch immer ein in vielen Teilen zerstörtes und gespaltenes Land, in dem bestimmte Minderheiten weiterhin angegriffen werden. Wir sind stolz auf das Engagement rund einer Million Syrerinnen und Syrer, die in Deutschland leben, arbeiten und unsere Gesellschaft bereichern. Viele von ihnen leisten heute als Fachkräfte unverzichtbare Arbeit hier in Deutschland. Und viele von ihnen haben den unbedingten Wunsch, ihre Expertise für den Aufbau des neuen Syriens einzubringen. Gerade deshalb ist es falsch, jetzt pauschale und übereilte Rückführungen zu propagieren. Statt über Abschiebungen zu debattieren sollten wir gemeinsam überlegen, wie Syrerinnen und Syrer beim Wiederaufbau können ohne ihren Aufenthaltsstatus zu verlieren. Wir als BMZ begleiten den Übergangsprozess in Syrien eng und unterstützen die Menschen dabei, dass ihr Wunsch nach einer friedlichen, selbstbestimmten Zukunft Wirklichkeit wird."

