KI und Qualifikationen: Was wir bisher wissen

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt in einem Tempo, das Unternehmen, Beschäftigte und Regierungen gleichermaßen unter Druck setzt. Doch während die technologische Debatte oft um Algorithmen, Investitionssummen und Durchbrüche kreist, rückt ein anderer Faktor zunehmend ins Zentrum: die Kompetenzen der Menschen, die diese Technologien nutzen sollen. Ein neues Policy Brief der OECD vom Juni 2026 liefert … Weiterlesen

EPALE – Europas größte Community für Erwachsenenbildung

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Karsten Weitzenegger ist Mitglied auf EPALE, der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa. EPALE ist die offizielle Plattform der Europäischen Kommission für Fachkräfte in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Als Trainer, Kapazitätsentwickler und internationaler Berater, der Lernprozesse in mehr als 40 Ländern gestaltet, ist EPALE kein bloßes Profil — sondern ein aktiver Arbeitsraum. Was EPALE ist EPALE … Weiterlesen

Vernetzt für gesellschaftliche Wirkung: Das Spinnen-Netz

Sinnstiftende Arbeit braucht starke Netzwerke. Als Mitglied des Spinnen-Netzes ist Karsten Weitzenegger Teil eines bundesweiten beruflichen Netzwerks, das Fachkräfte, Freiberufler:innen und Organisationen zusammenbringt, die gemeinsam gesellschaftliche Wirkung entfalten wollen. Was ist das Spinnen-Netz? Das Spinnen-Netz wurde 2006 von Dr. Antje Schultheis gegründet und steht unter dem Motto „ArbeitMitWirkung“. Es ist ein Job- und Kompetenznetzwerk für … Weiterlesen

WelthandelN – Die Welt verbessern lernen

Karsten Weitzenegger ist Initiator von WelthandelN und bringt langjährige Erfahrung als unabhängiger Bildungsmanager in die non-formale Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. In seiner Rolle verbindet er innovative Lernansätze mit internationaler Entwicklungsexpertise, um engagierte Akteur:innen dabei zu unterstützen, globale Zusammenhänge zu verstehen und aktiv zur Transformation beizutragen. Mit einem starken Fokus auf soziale Gerechtigkeit, partizipative Bildungsprozesse und … Weiterlesen

Regenwaldschutz: Was wirkt und was nicht?

Regenwaldschutz wirkt – aber nur, wenn Rechte, Politik und Finanzströme zusammenpassen. Die gute Nachricht: Wir wissen heute ziemlich genau, welche Ansätze Entwaldung bremsen – und welche eher gut gemeinte Kulisse bleiben. Für Entwicklungszusammenarbeit, Wirkungsevaluierung und nachhaltige Finanzpolitik ist das hoch relevant – und damit auch für die Debatten, die wir hier führen. Der Beitrag „Good … Weiterlesen

Solidarische Geopolitik – Ein Konzept für die multipolare Welt

Eine Arbeitsdefinition Solidarische Geopolitik beschreibt einen handlungsorientierten Ansatz internationaler Politik, der geopolitische Interessen mit Prinzipien sozialer und globaler Solidarität verbindet. Im Gegensatz zur klassischen, machtzentrierten Geopolitik geht es dabei nicht nur um die Durchsetzung nationaler Einflusszonen, sondern um die Gestaltung gemeinsamer Handlungsräume mit Partnern verschiedener Machtpositionen. Solidarische Geopolitik versteht internationale Beziehungen als Netzwerk wechselseitiger Abhängigkeiten, … Weiterlesen

Nachhaltigkeitsbildung im Wandel: Aktuelle Befunde zur non-formalen Bildungsarbeit in Deutschland 2025

Die non-formale Bildungslandschaft in Deutschland steht an einem Scheideweg. Eine bundesweite Organisationsbefragung mit über 1.270 Einrichtungen aus 310 Landkreisen liefert erstmals seit 2013 aktuelle Daten zum Status quo nachhaltigkeitsbezogener Bildungsarbeit – und zeichnet ein ambivalentes Bild zwischen wachsender Relevanz und prekären Rahmenbedingungen.

Hohe Nachhaltigkeitsorientierung trifft auf strukturelle Defizite

Fast 70 Prozent der befragten Einrichtungen verankern nachhaltige Entwicklung als zentralen Fokus in ihren Bildungszielen und -konzepten. Bei jüngeren Einrichtungen, die nach 2019 gegründet wurden, liegt dieser Anteil sogar bei über 80 Prozent. Die Bildungslandschaft zeigt damit eine beeindruckende inhaltliche Ausrichtung – von außerschulischen Lernorten über Volkshochschulen bis zu Bibliotheken und Familienbildungsstätten.

Doch die ausgeprägte Nachhaltigkeitsorientierung steht im Kontrast zu fragilen Finanzierungsstrukturen. Über 60 Prozent der Einrichtungen erwarten in den nächsten fünf Jahren sinkende finanzielle Mittel – bei gleichzeitig steigender Nachfrage und höheren pädagogischen Anforderungen.

Inhaltliche Schwerpunkte: Ökologie dominiert, soziale Dimensionen unterrepräsentiert

Bei den inhaltlichen Zielen zeigt sich eine deutliche Schlagseite: Fast die Hälfte der Einrichtungen (46,6 Prozent) fokussiert auf ökologische Nachhaltigkeitsdimensionen. Soziale (13,1 Prozent) und ökonomische Aspekte (6,7 Prozent) bleiben deutlich unterrepräsentiert, insbesondere in ländlichen Regionen.

Diese Asymmetrie spiegelt sich auch in den konkreten Themen wider: Natur, Umwelt und Klimaschutz dominieren, während transformative Ansätze zu Gerechtigkeit, Partizipation und strukturellem Wandel weniger präsent sind. Hier zeigt sich Entwicklungspotenzial für eine ganzheitlichere BNE-Umsetzung.

Pädagogische Stärken: Lebensweltbezug und Handlungsorientierung

Die Studie attestiert der non-formalen Bildungsarbeit einen hohen Alltags- und Lebensweltbezug. Drei Viertel der Einrichtungen sehen die größte Chance ihrer Arbeit darin, Lernende von den Zwängen formaler Bildung (feste Curricula, Stundenpläne, Leistungsdruck) zu befreien.

Allerdings offenbart sich beim Thema Handlungskompetenz eine bemerkenswerte Diskrepanz: Während die Befähigung zum individuellen nachhaltigen Handeln im Alltag breite Zustimmung findet, wird die Förderung von Handlungskompetenzen auf gemeinschaftlicher, organisationaler und gesellschaftlich-politischer Ebene deutlich zurückhaltender bewertet. Nur 13,3 Prozent der Einrichtungen messen der gesellschaftlichen Handlungsebene höhere Bedeutung bei als der individuellen.

Dies ist angesichts der Dringlichkeit systemischer Transformationen kritisch zu sehen. Gerade kollektive Wirksamkeitserfahrungen und die Befähigung zu strukturellem Wandel sind zentral für eine wirksame Nachhaltigkeitsbildung.

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse als Achillesferse

Die Personalsituation erweist sich als kritischer Engpass: Honorarkräfte und Ehrenamtliche bilden die größte Beschäftigtengruppe. Rund die Hälfte der Einrichtungen realisiert ihr Bildungsangebot mit freien oder ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Die Kontinuität des Angebots hängt vielfach von unbezahlter Arbeit ab – eine unhaltbare Situation angesichts steigender Anforderungen.

Unzureichende Verdienstmöglichkeiten, hohe Arbeitsbelastung und fehlende Planungssicherheit führen zu Personalfluktuation und Problemen bei der Stellenbesetzung. Das Herrenberger Urteil zur Scheinselbstständigkeit verschärft die Lage zusätzlich: Über drei Viertel der betroffenen Einrichtungen geben an, dass eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ihrer Honorarkräfte mangels Ressourcen keine Alternative wäre.

Weiterbildung: Hohe Motivation, moderate Bedarfe

Positiv hervorzuheben ist die ausgeprägte Weiterbildungsorientierung: Über 80 Prozent der Einrichtungen übernehmen Kosten für externe Fortbildungen ihrer Hauptamtlichen, über 60 Prozent bieten interne Fortbildungen an. Die Weiterbildungsbeteiligung liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Bildungsbranche.

Interessant ist die Verschiebung der Weiterbildungsbedarfe: Während frühere Studien organisatorische Kompetenzen und Soft Skills betonten, rücken nun fachliche und methodische Inhalte in den Vordergrund. Praktische Methoden, Fördermittelakquise und Projektmanagement werden als prioritär eingeschätzt. Weiterbildungen zu technologischen Möglichkeiten werden hingegen vergleichsweise gering priorisiert – was zur skeptischen Einschätzung der Digitalisierungseffekte auf die Kompetenzförderung passt.

Finanzierung: Projektlogik verhindert strukturelle Verankerung

Die Finanzierungsstrukturen sind hochgradig heterogen und von Projektförderung dominiert. Viele Einrichtungen berichten von fehlender Planungssicherheit, da sie auf jährliche Bewilligungen angewiesen sind und ständig mit Budgetkürzungen rechnen müssen. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird mit deutlicher Tendenz ins Negative eingeschätzt – in Ostdeutschland noch pessimistischer als in Westdeutschland.

Die Projektlogik bindet enorme Ressourcen: Akquise, Antragstellung und Abrechnung fressen Zeit, die für die eigentliche Bildungsarbeit fehlt. Gleichzeitig verhindert sie strukturelle Verankerung und langfristige Qualitätsentwicklung. Einrichtungen fordern nachdrücklich tragfähige, institutionelle Fördermodelle statt befristeter Projektfinanzierung.

Kooperation als Regelfall – Schulen als wichtigste Partner

Kooperation prägt die Bildungslandschaft: Für die Mehrheit der Einrichtungen sind Schulen die wichtigsten Partner. Sie sehen große Chancen, Nachhaltigkeitsthemen in den Schulalltag zu integrieren und alternative Lernorte zu schaffen. Gleichzeitig problematisieren sie den hohen Aufwand, fehlende Ansprechpersonen und mangelnde Augenhöhe in der Zusammenarbeit.

Entscheidend ist das Kooperationsmotiv: Pädagogische Aspekte wie die Erschließung neuer Zielgruppen und Qualitätssteigerung überwiegen deutlich gegenüber organisatorisch-finanziellen Erwägungen. Dies unterstreicht das genuine Bildungsinteresse der Einrichtungen.

Gesellschaftliche Polarisierung als Bildungsauftrag und Existenzrisiko

Über drei Viertel der Einrichtungen konstatieren einen erhöhten Bedarf, Fragen gesellschaftlicher Polarisierung im Kontext von Nachhaltigkeitskrisen zu bearbeiten. Viele haben das Thema bereits systematisch in ihre Angebote integriert, Mitarbeitende fortgebildet und Netzwerke erweitert.

Gleichzeitig befürchtet ein Viertel der Einrichtungen (in Ostdeutschland deutlich mehr), dass Polarisierungstendenzen ihre Finanzierung gefährden könnten. Angesichts aktueller politischer Entwicklungen und Debatten um Gemeinnützigkeit ist diese Sorge nicht unbegründet.

Zukunftsperspektiven: Steigende Relevanz trifft auf Ressourcenknappheit

Die Einrichtungen prognostizieren für die nächsten fünf Jahre: mehr Bedeutung nachhaltiger Entwicklung als Bildungsinhalt, steigende Nachfrage, intensivere Kooperation mit formaler Bildung und zunehmende Politisierung von Nachhaltigkeitsthemen. Gleichzeitig erwarten sie höhere pädagogische Anforderungen bei sinkenden finanziellen Mitteln – eine Schere, die nicht dauerhaft tragfähig ist.

Chancen für Trainer:innen: Wachsender, aber prekärer Markt

Für freie Trainer:innen und Bildungsschaffende eröffnen sich ambivalente Perspektiven:

Wachsende Nachfrage: Die steigende Relevanz von Nachhaltigkeitsthemen und die prognostizierte Nachfragesteigerung schaffen Beschäftigungspotenziale, insbesondere für spezialisierte Fachkräfte mit methodischer Expertise.

Weiterbildungsbedarfe: Einrichtungen suchen verstärkt nach Fortbildungen zu praktischen Methoden, transformativer Bildung, partizipativen Ansätzen, Konfliktmanagement und dem Umgang mit gesellschaftlicher Polarisierung. Hier besteht Raum für qualifizierte Angebote.

Kooperationen und Netzwerke: Der hohe Stellenwert von Kooperationen eröffnet Möglichkeiten für freie Trainer:innen, sich als Brückenbauer zwischen Einrichtungen oder als Partner für Schulkooperationen zu positionieren.

Prekäre Rahmenbedingungen: Die rechtliche Unsicherheit nach dem Herrenberger Urteil, projektbasierte Finanzierung und fehlende Ressourcen für faire Honorare erschweren nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse. Trainer:innen müssen mit befristeten Engagements, Honorarschwankungen und administrativem Aufwand rechnen.

Qualifikationsanforderungen steigen: Die Komplexität von BNE, höhere fachliche Ansprüche bei politisierten Nachhaltigkeitsthemen und der Bedarf an transformativen Ansätzen erfordern kontinuierliche Professionalisierung. Trainer:innen, die sich interdisziplinär fortbilden und aktuelle Diskurse verfolgen, haben Wettbewerbsvorteile.

Hebelpunkte für strukturelle Verankerung

Die Studie identifiziert zentrale Hebel für die Stärkung nachhaltigkeitsbezogener Bildung: Zertifizierungen und Auszeichnungen, hohe Teilnehmendenorientierung, konsequente Umsetzung des Whole Institution Approach, vielfältige Kooperationen und die bewusste Förderung von Handlungskompetenzen auf allen Ebenen.

Fazit: Potenzial vorhanden, Strukturen fehlen

Die non-formale Bildungslandschaft verfügt über ausgeprägte Nachhaltigkeitsorientierung, pädagogische Expertise und hohe Motivation. Sie ist flexibel, lebensweltnah und erreicht diverse Zielgruppen jenseits formaler Bildungszwänge. Doch die strukturellen Rahmenbedingungen – prekäre Finanzierung, befristete Projektlogik, ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse – gefährden diese Potenziale.

Die Sorge ist begründet, dass zwei Jahrzehnte Pionierarbeit durch Etatkürzungen gefährdet sind. Um die Leistungen zu bewahren und die steigende Nachfrage professionell zu begleiten, braucht es institutionelle Förderung statt Projektfinanzierung, faire Beschäftigungsverhältnisse und politische Anerkennung nachhaltiger Bildung als gesellschaftliche Kernaufgabe.

Für Trainer:innen bedeutet dies: Der Markt wächst, aber die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Wer sich positionieren will, sollte auf fachlich-methodische Spezialisierung, Netzwerkarbeit und die Fähigkeit setzen, in unsicheren Strukturen zu navigieren.

Quelle: Widany, S. & Schulte-Südbeck, M. (2025). Lernen für Nachhaltigkeit in non-formalen und in-formellen Settings. Ergebnisse einer bundesweiten Organisationsbefragung 2024. Institut Futur, Freie Universität Berlin. http://dx.doi.org/10.17169/refubium-47897

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Zeit zum Handeln: Klimaanpassung in Städten im Fokus der HSC

Auf der Hamburg Sustainability Conference am 2. Juni 2025 fand eine entscheidende Podiumsdiskussion zum Thema „Climate Adaptation in Cities“ statt. Die Sitzung, moderiert von Alexandra Antwi-Boasiako, brachte führende Stimmen aus dem globalen Süden und Norden zusammen, um Strategien für widerstandsfähigere Städte zu diskutieren. Der Fokus lag auf der notwendigen Transformation urbaner Räume angesichts der wachsenden … Weiterlesen

Wie können wir uns auf UN 2.0 vorbereiten?

Die UN 2.0-Initiative eine strategische Vision des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, António Guterres, die darauf abzielt, das UN-System zu modernisieren, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts effektiv anzugehen. Diese Vision zielt darauf ab, die UN durch die Integration modernster Fähigkeiten und die Förderung einer zukunftsorientierten Kultur zu verjüngen, die zusammen als „Quintett des Wandels“ bezeichnet … Weiterlesen

Drei Jahre entwicklungspolitischer Jugendaustausch „weltwärts-Begegnungen“

Seit 2016 wurden 75 Begegnungsprojekte zwischen deutschen Jugendgruppen und Gruppen aus afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Partnerländern über Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen gefördert. Bonn, 4. Juli 2019. Mit Einführung des Programms „weltwärts – Außerschulische Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda 2030“ im Jahr 2016 konnten erstmals außerschulische Jugendgruppen gefördert werden, die sich mit Gruppen … Weiterlesen