Wenn Evidenz zur Überlebensfrage wird: Wie Evaluierung die Demokratie verteidigen muss

Weniger als 30 Prozent der Weltbevölkerung leben heute in einer Demokratie, vor zwei Jahrzehnten waren es noch 50 Prozent – für Peter van der Knaap, Präsidenten der European Evaluation Society, Anlass zur Warnung, Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Er beschreibt eine Symbiose: Ohne unabhängige Evaluierung fehlt demokratischer Regierungsführung die Rechenschaftsgrundlage, ohne demokratische Freiheiten verkommt Evaluierung … Weiterlesen

Die EU-Strategie „Global Gateway“ in Lateinamerika kritisch begleiten

Neues Handbuch stärkt Zivilgesellschaft Die „Global Gateway“-Initiative der Europäischen Union verspricht Milliardeninvestitionen in Infrastruktur, grüne Energie und Digitalisierung im globalen Süden. Doch was oft als partnerschaftliche Entwicklungskooperation präsentiert wird, birgt tiefgreifende ökologische und soziale Risiken für die Länder in Lateinamerika und der Karibik. In einem kürzlich veranstalteten Webinar stellten die Netzwerke CIDSE, Counter Balance und … Weiterlesen

Saatgut, Souveränität und europäische Verantwortung

Bericht vom EU Food Justice Forum, Brüssel, 9. Juni 2026 (TL;DR) Das EU Food Justice Forum vom 9. Juni 2026 in Brüssel zog eine klare Linie: Europäische Handelspolitik schadet der globalen Ernährungssicherheit. Konkret erzwingt die EU über bilaterale Wirtschaftspartnerschaftsabkommen den Sortenschutzstandard UPOV 91 in afrikanischen und asiatischen Ländern, der Kleinbäuerinnen faktisch das Recht nimmt, eigenes … Weiterlesen

Vom Hilfsschock zu widerstandsfähigen Systemen: Nachhaltigkeit der Zivilgesellschaft in einer sich wandelnden Entwicklungsfinanzierungsära

(TL;DR) Ein Themenpapier des West Africa Civil Society Institute (WACSI) argumentiert, dass der USAID-Arbeitsstopp-Befehl von 2025 kein bloßer externer Schock war, sondern die vorhersehbare Folge tief verwurzelter Abhängigkeitsdenkweisen in westafrikanischen zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs). Das Papier diagnostiziert fünf einschränkende Denkmuster, die Ressourcenmobilisierung und langfristige Nachhaltigkeit behindern, und schlägt sieben konkrete Maßnahmen vor, mit denen Organisationen Widerstandsfähigkeit … Weiterlesen

Das Überleben sichern – Warum Willy Brandts Nord-Süd-Bericht in der Post-2030-Debatte neu gelesen werden muss

Von der Hamburg Sustainability Conference zurück zu den Wurzeln einer globalen Verantwortung: Kann eine „Solidarische Geopolitik“ die Blockaden von heute lösen? (tl;dr) Die Nord Süd Kommission unter Willy Brandt zeigte früh, dass globale Ungleichheit eine Frage von Frieden und gemeinsamer Sicherheit ist. Heute, in einer fragmentierten Weltordnung, bleiben ihre Kernideen erstaunlich aktuell. Doch statt einer … Weiterlesen

Verantwortung sichtbar machen: Wie multilaterale Organisationen Evaluierungsempfehlungen aufgreifen und berichten

Die Studie von Beaulieu et al. zeigt, dass Management-Response-Systeme in multilateralen Organisationen für Rechenschaft, organisationales Lernen und evidenzbasierte Steuerung zentral sind, aber nach wie vor von großen Umsetzungsunterschieden, diffuser Verantwortung und lückenhafter öffentlicher Berichterstattung geprägt bleiben. Besonders wirkungsvoll erscheinen integrierte Ansätze, bei denen Folgeaktionen in Planungs- und Performancesysteme eingebettet, über Kennzahlen gesteuert und über digitale … Weiterlesen

Wie Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit gegen Repression und Desinformation ankämpfen

Schrumpfende Räume, wachsende Verantwortung Nur 3,4 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, die als „offen“ gelten. Das ist die ernüchternde Kernbotschaft des aktuellen Atlas der Zivilgesellschaft, den Brot für die Welt im Mai 2026 veröffentlicht hat. Noch vor wenigen Jahren war diese Zahl höher. Nun bündelt der Atlas auf einer einzigen Weltkarte, was sich in … Weiterlesen

Dezentralisierung in Afrika: Zeit für eine strategische Neuorientierung

Die DEval‑Studie zur Unterstützung von Dezentralisierung in Subsahara‑Afrika ist mehr als eine evaluative Zwischenbilanz sie ist ein Stresstest für zentrale Annahmen deutscher Entwicklungspolitik im Governance‑Bereich. Für mich lohnt sich ein genauer Blick auf die Konsequenzen. 1. Was DEval tatsächlich sagt Zwischen 2000 und 2022 finanzierte das BMZ rund 300 Dezentralisierungsvorhaben in Afrika mit insgesamt gut … Weiterlesen

Lokales Wissen als Schlüssel zur kommunalen Klimaanpassung

Schaubild Lokales Klimawissen

(TL;DR) Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsdrohung mehr. Kommunen stehen weltweit unter wachsendem Druck, konkrete Anpassungsstrategien zu entwickeln. Doch während Milliarden in technische Minderungsmaßnahmen fließen, bleibt eine entscheidende Ressource systematisch ungenutzt: das lokale Wissen, das in Städten und Gemeinden bereits vorhanden ist. Eine neue Studie von Klaus Gierhake zeigt, wie dieser Ansatz die kommunale … Weiterlesen

Klimapolitik ist Sicherheitspolitik: Was der neue WBGU‑Bericht für Deutschland bedeutet

Karstens Visualisierung WBGU Bericht 2026

Die aktuelle Lagebeurteilung des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) macht deutlich, dass Klima‑ und Umweltpolitik heute Kern von Sicherheitspolitik sind: Wer Sicherheit ernst nimmt, muss Umweltkrisen, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Informationsintegrität, technologische und rohstoffbezogene Abhängigkeiten sowie internationale Kooperation gemeinsam denken. Er fordert, Umwelt- und Klimarisiken gleichrangig mit militärischer Verteidigung in die Nationale Sicherheitsstrategie und den … Weiterlesen